| Liste der Prätorianerpräfekten |
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Die römischen Kaiser und ihre Prätorianer Präfekten
Augustus 30v.Chr. bis 14n.Chr.
Quintus Ostorius Scapula Quintus Ostorius Scapula war ein römischer Prätorianerpräfekt um die Zeitenwende. Scapula war Ritter und Sohn eines Ostorius. Scapula wurde im Jahre 2 v. Chr. zusammen mit Publius Salvius Aper erster Prätorianerpräfekt. Cassius Dio berichtet darüber hinaus, dass sein Bruder Publius von 3 bis 10/11 n. Chr. das einflussreiche Amt des praefectus Aegypti (Statthalter von Ägypten) innegehabt hatte. Sein Sohn oder Neffe war Publius Ostorius Scapula, der Statthalter von Britannien werden sollte. Publius Salvius Aper Publius Salvius Aper war ein römischer Prätorianerpräfekt um die Zeitenwende. Aper wurde im Jahre 2 v. Chr. zusammen mit Quintus Ostorius Scapula erster Prätorianerpräfekt. Er stammte wohl aus Brixia in Oberitalien und ist nicht mit den Salvii Othones aus Ferentium in Etrurien verwandt.
Tiberius 14n.Chr. bis 37n.Chr.
Lucius Seius Strabo (14-16 n.Chr.) Lucius Seius Strabo (* in Volsinii novi, heute Bolsena) war ein römischer Ritter aus Volsinii novi (dem heutigen Bolsena), der unter den Kaisern Augustus und Tiberius in die höchsten Staatsämter aufstieg, die seinem Stand möglich waren. Seius Strabo war mit Cosconia Gallitta verheiratet und hatte mindestens zwei Söhne, Lucius Seius Tubero, Suffektkonsul im Jahr 18, und Lucius Aelius Seianus, der von Sextus Aelius Catus adoptiert wurde (daher die Änderung des Namens von Seius in Seianus). Seius Strabo wurde praefectus praetorio (Prätorianerpräfekt), zunächst allein, dann im Jahr 14 gemeinsam mit seinem Sohn Seianus. 14–15 war er praefectus Aegypti (Statthalter von Ägypten). Lucius Aelius Seianus (14-31 n.Chr.) Lucius Aelius Seianus (* um 20 v. Chr. in Volsinii, Etrurien; † 18. Oktober 31 in Rom), deutsch Sejan, war ein Prätorianerpräfekt im römischen Kaiserreich und eine Zeit lang der einflussreichste Bürger Roms. Seianus wurde bei der Thronbesteigung des Kaisers Tiberius im Jahr 14 zum Prätorianerpräfekten neben seinem Vater Lucius Seius Strabo ernannt. Als sein Vater praefectus Aegypti (Statthalter von Ägypten) wurde, war Seianus alleiniger Kommandant der Prätorianergarde, die er nun als Basis für die Steigerung seiner Macht benutzte, unter anderem dadurch, dass er sie in einem einzigen Lager auf dem Viminal außerhalb Roms zusammenzog, die Castra praetoria. Durch Beseitigung ihm missliebiger Personen, darunter angeblich auch Tiberius’ Sohn Drusus im Jahr 23, der von Seianus vergiftet worden sein soll, festigte er seine Macht über den Senat. Er bekämpfte die Familie des Germanicus und versuchte im Jahr 25 vergeblich, Drusus’ Witwe Livilla zu heiraten, wodurch er Mitglied der kaiserlichen Familie geworden wäre. Seianus war von Sextus Aelius Catus adoptiert worden, dem Konsul des Jahres 4 (wodurch aus seinem Geburtsnamen Seius der Beiname Seianus wurde), und damit zum Adoptivbruder der Aelia Paetina. Als der spätere Kaiser Claudius sie im Jahr 28 heiratete, war er seinem Ziel ein Stück näher gekommen. Er war maßgeblich für Tiberius’ Rückzug auf die Insel Capri im Jahr 27 verantwortlich, was ihn zum Stellvertreter des Kaisers in Rom machte. Als er dann im Jahr 31 Konsul geworden war, hielt Seianus seine Position für so unangreifbar, dass er damit begann, den Purpur für sich selbst zu reklamieren. Tiberius entdeckte das Vorhaben jedoch und ließ Seianus durch Naevius Sutorius Macro, den Präfekten der Vigiles, verhaften. Als Seianus vom Senat zum Tod verurteilt, mitsamt seiner Kinder im Tullianum hingerichtet und auf der Gemonischen Treppe ausgestellt worden war, folgte ihm Naevius Sutorius Macro als Kommandeur der Prätorianergarde. Über Seianus' Sturz berichten mit äußerst negativer Tendenz Sueton in seiner Biographie des Tiberius und Tacitus in seinen Annalen. Ein positives Seianus-Bild gibt der Zeitgenosse Velleius Paterculus. Quintus Naevius Sutorius Macro (31 - 37n.Chr.)
Quintus Naevius Cordus Sutorius Macro (* 21 v. Chr.; † 38) war ein römischer Eques (Ritter). Er war Präfekt der Vigiles (Nachtwachen) unter Kaiser Tiberius und wurde am 31. Oktober 31 Prätorianerpräfekt. Er war aktiv beteiligt an der Absetzung und Hinrichtung des bisherigen Amtsinhabers Lucius Aelius Seianus und leitete vermutlich auch die nachfolgenden Maßnahmen gegen Seianus’ Familie und Anhänger. Macro behielt sein Kommando bei der Thronbesteigung des Caligula, es wurde sogar berichtet, dass er den alten und kranken Tiberius im Jahr 37 tötete, um Caligulas Thronfolge zu sichern. Sueton stellt fest, dass er die Gunst Caligulas gewann, indem er ihm um das Jahr 34 seine Frau Ennia Thrasylla zur Verfügung stellte. Als er im Jahr 38 auf Anordnung Caligulas aus dem Amt gedrängt und auf die Stellung des praefectus Aegypti (Statthalter von Ägypten) abgeschoben werden sollte, tötete er sich zusammen mit seiner Frau (eventuell wurde er auch hingerichtet).
Gaius Caligula 37 – 41n.Chr.
Quintus Naevius Sutorius Macro (37 - 38n.Chr.) Siehe oben M. Arrecinus Clemens und nicht bekannter Kollege
Nach der Ermordung Caligulas erklärte der Prätorianerpräfekt Arrecinus Clemens, ein Kaiser, der die Gesetzte missachte und ermordet werde, sei an seinem Tode selbst Schuld. (Josephus, Antiquitates XIX I,19.)
Cassius Chaerea Cassius Chaerea († 41) war ein römischer Prätorianertribun, der an der Ermordung des römischen Kaisers Caligula beteiligt war. Cassius Chaerea diente als junger Mann (adulescens) im Jahr 14 als Centurio in einer am Rhein stationierten Legion unter dem Feldherrn Germanicus. Bei der Meuterei der Legionen konnte er sich der angedrohten Misshandlung oder Tötung widersetzen. Später wurde er Tribun der Prätorianergarde in Rom. Kaiser Caligula soll ihn ständig gedemütigt und als verweichlicht verspottet haben. Charea war sonst ein altmodischer Mensch und hatte dazu noch einen persönlichen Grund, dem Kaiser gram zu sein; weibisch nannte ihn nämlich Gaius, obwohl Charea der kühnste aller Männer war, und pflegte ihm, wenn die Reihe an ihm kam, Parolen wie "Sehnsucht", "Venus" oder sonst etwas dergleichen zu geben. (Cassius Dio, Buch 59) Aus Rache begann er mit seinem Mittribun Cornelius Sabinus eine Verschwörung gegen den Kaiser, der Caligula am 24. Januar 41 zum Opfer fiel. Chaerea ließ auch Caligulas Frau Caesonia und ihre Tochter töten. Er war gegen die Ausrufung des Claudius zu Caligulas Nachfolger. Als dieser dennoch Kaiser geworden war, ließ er Chaerea aufgrund des Vorwurfs der Verschwörung hinrichten.
Corona exploratoria Die Corona exploratoria („Kundschafterkrone“) gehörte zu den Auszeichnungen, die das römische Militär vergab. Laut dem Schriftsteller Sueton entstand sie beim Zug des Kaisers Caligula über den Rhein, als der Kaiser einen Trupp Prätorianer in einen fingierten Angriff schickte. Sie soll mit Sonne, Mond und Sternen verziert gewesen sein.
Claudius 41 – 54n.Chr.
Rufrius Pollio (41 – 44n.Chr.) Rufrius Pollio bekam von Claudius einen Sitz und ein Bild im Senat genehmigt, sooft er zusammen mit dem Kaiser die Kurie betrat.
Catonius Justus (41 – 43n.Chr.)
Rufrius Crispinus (47 – 51n.Chr.)
Lusius Geta (47 – 51n.Chr.) Lusius Geta zählte nach Tacitus zu den nächsten Freunden des Kaisers Claudius. Allerdings traute man ihm nicht ganz bei der Verschwörung der Messalina und Silius, da er sich ebenso leicht zum Guten wie zum Bösen entschloß. Aus diesem Grund gab Claudius wohl dem Freigelassenen Narcissus für einen Tag das Kommando über die Prätorianer. Später wurden Geta als auch Crispinus auf betreiben Agrippinas ihres Amtes enthoben. Sie versicherte, die Nebenbuhlerschaft der beiden Präfekten schaffe Uneinigkeit unter den Kohorten. Wenn ihre Leitung in einer Hand läge, wäre die Disziplin besser. Daraufhin wird der Befehl über die Prätorianer dem Afranius Burrus übertragen, einem Mann von ausgezeichnetem Ruf, der sehr wohl wusste, aus wessen Wunsch er erhoben wurde.
Sextus Afranius Burrus (51 – 54n.Chr. und 54 – 62n.Chr. allein)
Sextus Afranius Burrus († 62 n. Chr.) war ein römischer Ritter, der unter den Kaisern Nero und Claudius als Prätorianerpräfekt diente und nach Neros Regierungsantritt zeitweise zusammen mit Seneca die Regierungsgeschäfte des römischen Reiches führte.
Herkunft und Aufstieg Burrus stammte vermutlich aus Vasio Vocontiorum (heute Vaison la Romaine) in der Provinz Gallia Narbonensis im heutigen Südfrankreich. Dort war seine Familie möglicherweise seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. ansässig und hatte vielleicht unter Pompeius das römische Bürgerrecht erhalten. Burrus diente in den ersten Jahrzehnten des 1. Jahrhunderts als Militärtribun, möglicherweise in einer Legion. Später verwaltete er als Prokurator das Vermögen der Kaiserinmutter Livia Augusta, nach deren Tod 29 n. Chr. das des Tiberius († 37 n. Chr.) und das des Claudius. Trotz seiner wohl nur kurzen militärischen Laufbahn und einer körperlichen Behinderung, er hatte einen Armstumpf, genoss er zu dieser Zeit einen ausgezeichneten militärischen Ruf. Darüber hinaus galt er als moralisch integer und unbestechlich und war ein loyaler Anhänger des Prinzipates. Deshalb berief ihn die Kaisergattin Agrippina 51 n. Chr. zum Präfekten der Prätorianergarde. Zu einem nicht mehr bekannten Zeitpunkt wurde er – möglicherweise ebenfalls auf Betreiben Agrippinas – mit den Amtsinsignien eines Konsuls geehrt, ohne dieses Amt bekleidet zu haben. Als Günstling Agrippinas wurde Burrus zu einem ihrer wichtigsten Verbündeten bei der Realisierung ihres Planes, ihren Sohn Nero anstelle von Claudius’ leiblichem Sohn Britannicus auf den Thron zu bringen. Die gelegentlich in der Forschung geäußerte Ansicht, Burrus sei neben Seneca der Erzieher Neros gewesen, trifft jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu, da sich in den antiken Quellen keine Hinweise darauf finden.
Der Regierungsantritt Neros
Nero 54 – 68n.Chr.Burrus führte die Regierungsgeschäfte des jungen Nero. Nach Claudius’ Tod im Jahre 54 hatte Burrus maßgeblichen Anteil daran, dass Nero reibungslos die Nachfolge antreten konnte, indem er ihm die Loyalität der Prätorianergarde sicherte. Im sogenannten „Quinquennium“, den „fünf guten Jahren“ der Herrschaft Neros (54–59), leitete Burrus zusammen mit Seneca die Regierungsgeschäfte. Beide nutzten ihren Einfluss auf den jungen Kaiser, um ihn schrittweise an die Ausübung der Regierungsverantwortung heranzuführen und ihn daran zu hindern, seine persönlichen Vorlieben und Neigungen allzu exzessiv auszuleben. Zugleich drängten sie den politischen Einfluss Agrippinas zurück und geboten besonders den von ihr veranlassten Hinrichtungen und politischen Morden Einhalt. Nach einem von Tacitus überlieferten Bericht aus dem verlorenen Werk des Historikers Fabius Rusticus soll Burrus im Jahre 55 von dem Schauspieler Paris denunziert worden sein, zusammen mit Agrippina einen Putsch zu planen. Nero habe daraufhin Burrus seines Amtes entheben wollen, was nur durch das Eingreifen Senecas verhindert worden sei. Ob diese Nachricht tatsächlich zutrifft, war allerdings schon in der Antike umstritten, da die Historiker Plinius der Ältere und Cluvius Rufus, die wie Fabius Rusticus ebenfalls die Zeit Neros beschreiben, nach Tacitus nichts darüber berichteten. Eine im gleichen Jahr gegen Burrus erfolgte Anklage, er habe sich zusammen mit dem Freigelassenen Pallas gegen Nero verschworen, um an seiner Stelle Faustus Cornelius Sulla Felix zum Kaiser zu machen, beruhte offensichtlich auf einer böswilligen Verleumdung und blieb daher folgenlos.
Politischer Machtverlust Burrus und Seneca unterstützten zwar Nero darin, Agrippinas Macht einzuschränken, wussten aber nicht, dass der Kaiser im Jahre 59 plante, seine Mutter zu ermorden. Erst als der Anschlag fehlgeschlagen war, wurden sie von Nero um Hilfe gebeten. Burrus verweigerte jedoch die Unterstützung, indem er darauf hinwies, dass die Prätorianer der gesamten Herrscherdynastie verpflichtet seien. Sie würden daher keinen Anschlag auf ein Mitglied des Herrscherhauses durchführen, insbesondere nicht auf die Tochter des bei den Soldaten immer noch hoch verehrten Germanicus († 19 n. Chr.). Die Prätorianer blieben daraufhin im Konflikt zwischen Nero und seiner Mutter neutral, doch veranlasste Burrus nach Agrippinas Ermordung eine Loyalitätsbekundung der Prätorianer für den Kaiser. Nach Agrippinas Tod verringerte sich der politische Einfluss von Burrus und Seneca beträchtlich, da Nero zunehmend selbstbewusster agierte und sich mehr und mehr einem autokratischen Regierungsstil zuwandte. Es kam jedoch nicht zu einem offenen Zerwürfnis mit Nero, obwohl Burrus insbesondere den privaten Vergnügungen des Kaisers (u.a. Theaterauftritte und Teilnahme an Wagenrennen) kritisch gegenüber stand und sich – allerdings erfolglos – der Ermordung von Neros Ehefrau Octavia widersetzte.
Der Tod des Burrus Burrus litt im Jahre 62 n. Chr. anscheinend an einem Tumor im Rachen- oder Kehlkopfbereich, an dem er vermutlich auch starb. Zeitgenössische Gerüchte besagten jedoch, dass Nero ihn vergiftet habe, weil ihn die Offenheit störte, mit der Burrus sich seinen kriminellen Machenschaften widersetzte. Sueton berichtet, dass Nero ihm ein giftiges Medikament gegen die Geschwulst im Rachen gesandt habe. Tacitus hingegen lässt offen, ob diese Gerüchte tatsächlich zutrafen. Der Tod des Burrus beendete auch den Einfluss seines politischen Verbündeten Seneca . Als Nachfolger des Burrus wurden Lucius Faenius Rufus und Gaius Ofonius Tigellinus berufen, die sich das Amt des Prätorianerpräfekten teilten. Insbesondere Tigellinus unterstützte Neros autokratische Politik, durch die die Mitsprachemöglichkeiten des Senates wesentlich beschnitten wurden. Dadurch und durch den Machtverlust Senecas wurde im Nachhinein deutlich, welche politische Bedeutung Burrus in der neronischen Zeit besessen hatte. Tigellinus (62 – 68n.Chr.) Gaius Ofonius Tigellinus († 69) war Prätorianerpräfekt und Günstling des römischen Kaisers Nero. Er wurde in Agrigentum geboren und war von bescheidener, möglicherweise griechischer Herkunft. Während der Herrschaft Caligulas wurde er wegen Ehebruch mit Iulia Livilla, der Schwester des Kaisers, nach Griechenland verbannt (39), aber von Claudius im Jahr 41 wieder zurückgerufen. Als er durch eine Erbschaft zu Wohlstand gekommen war, kaufte er Land in Apulien und Kalabrien und befasste sich mit der Zucht von Rennpferden. Dadurch gelang es ihm, die Gunst Neros zu gewinnen, dem er in der Folgezeit bei seinen Lastern und Grausamkeiten half und den er auch dazu anstachelte. Tigellinus wurde erst zum Präfekt der Vigiles und dann im Jahr 62 zum Präfekt der Prätorianergarde gemacht. Er war an der Ermordung von Neros Gattin Octavia beteiligt. Es gelang ihm, den Philosophen Seneca aus seiner Funktion als Berater des Kaisers zu drängen. Im Jahr 64 stand er unter dem Verdacht, im Zusammenhang mit dem großen Brand Roms das Feuer gelegt zu haben, das, nachdem es bereits gelöscht war, in seinen Gärten erneut ausbrach. Im Jahr 65, während der Untersuchungen zur missglückten Verschwörung des Piso, bildeten er und Poppaea eine Art Staatsrat; Tigellinus erhielt die Auszeichnungen eines Triumphators (ornamenta triumphalia). Bei der längeren Reise durch Griechenland, die Nero im Jahr 66 unternahm, gehörte Tigellinus zu Begleitern des römischen Monarchen. Als sich Neros Untergang abzeichnete, verließ ihn Tigellinus und brachte zusammen mit Nymphidius Sabinus die Prätorianergarde ebenfalls dazu, ihn fallenzulassen. Unter Galba wurde er gezwungen, sein Kommando abzugeben, jedoch gelang es ihm durch verschwenderische Geschenke an Vinius, den Günstling des Kaisers und seiner Tochter, sein Leben zu retten. Otho hingegen bestimmte bei seiner Thronbesteigung, dass jemand, der so allgemein vom Volk verabscheut wurde, entfernt werden müsse. Tigellinus erfuhr in den Bädern von Sinuessa, dass er sterben sollte, und schnitt sich die Kehle auf, nachdem er sich nur wenig um einen Aufschub bemüht hatte. Tigellinus hatte eine Tochter, die Gattin des römischen Senators Gaius Cossutianus Capito wurde. Lucius Faenius Rufus (62 – 65n.Chr.) Lucius Faenius Rufus († April 65) war in den Jahren 55 bis 62 praefectus annonae von Rom. Nach den Berichten von Tacitus bereicherte er sich bei der Ausübung des Amtes nicht, was als eine Ausnahme galt. Nach dem Tod von Burrus wurde Faenius Rufus zusammen mit Tigellinus zum Prätorianerpräfekten ernannt. Im Jahr 65 war er einer der Mitverschwörer der Pisonischen Verschwörung gegen den Kaiser Nero. Zunächst ging er jedoch selbst gegen die Verschwörer vor, um sein Leben zu retten. Darunter Subrius Flavus, Tribun einer Prätorianerkohorte, und der Centurio Sulpicius Asper. Seine Beteiligung an der Verschwörung wurde jedoch aufgedeckt, und er wurde auf Befehl Neros hingerichtet. Nymphidius Sabinus (65 – 68n.Chr.)
Gaius Nymphidius Sabinus († 68) war ein römischer Prätorianerpräfekt des 1. Jahrhunderts n. Chr. Nymphidius Sabinus war Sohn der Freigelassenen Nymphidia und eines Gladiators; später gab er sich als Sohn des Kaisers Caligula aus. Er wurde im Jahr 65 Prätorianerpräfekt. Nach der Aufdeckung der Verschwörung des Gaius Calpurnius Piso (Pisonische Verschwörung) gab Kaiser Nero ihm die konsularischen Insignien. Während Neros Aufenthalt in Griechenland (67/68) leitete er gemeinsam mit Tigellinus, der seit 62 Prätorianerpräfekt war, die Regierung. Als sich Neros Untergang abzeichnete, verriet Nymphidius Sabinus sowohl den Kaiser als auch Tigellinus. Er versuchte, sich mit Galba zu verbünden, der jedoch das zugesagte Donativum nicht bezahlte. Darauf wollte er sich selbst zum Kaiser ausrufen und ließ sich zu diesem Zweck vom designierten Konsul Cingonius Varro eine Rede ausstellen. Schließlich wurden beide von den Prätorianern ermordet.
Galba, Otho und Vitellius 68 – 69n.Chr.
Unter Galba:
C. Nymphidius Sabinus (68 – 69.n.Chr.)
Siehe oben.
Cornelius Laco (69n.Chr.)
Cornelius Laco († 69) war ein römischer Ritter. Er arbeitete sich aus niederem Stand empor und machte Karriere bis zum Assessor im Gefolge Galbas in der Hispania Tarraconensis. Nach der Kaisererhebung Galbas im Jahr 68 wurde Laco dessen Prätorianerpräfekt. In dieser Position wurde er sehr einflussreich und galt neben Titus Vinius und Marcianus Icelus als einer der drei wichtigsten Ratgeber des Kaisers. Unter den dreien herrschte jedoch Missgunst und sie intrigierten gegeneinander. Tacitus schildert Laco als phlegmatisch, unentschlossen und verlogen; inwieweit die Charakterisierung stimmig ist, bleibt fraglich. Nach dem Sturz des Kaisers im folgenden Jahr wurde Laco zum Schein auf eine Insel verbannt und dort auf Anweisung des neuen Kaisers Otho getötet.
Unter Otho:
Plotius Firmus (69n.Chr.)
Licinius Proculus (69n.Chr.)
Unter Vitellius:
P. Sabinus (69n.hr.)
Julius Priscus (69n.Chr.)
P. Alfenus Varus (69n.Chr.)
Vespasianus 69 – 71n.Chr.
Arrius Varus (69n.Chr.)
M. Arrecinus Clemens (69 – 71n.Chr.)
Titus Flavius Vespasianus (71 – 79n.Chr.), Kaiser ...wobei der Sohn Titus die Ausführung (Krieg gegen die Juden) übernahm, den Vespasian, als er nach Italien zog, zur Führung des auswärtigen Krieges zurückgelassen und bald darauf für seinen Sieg mit der Prätorianerpräfektur belohnt hatte. So kam es, dass dieses Amt, gewaltig schon von Anfang an, etwas aufgebläht und das zweite nach der kaiserlichen Gewalt war. (Aurelius Victor, Die römischen Kaiser, 9,10)
Titus 79 – 81n.Chr.
Präfekten unbekannt.
Domitianus 81 – 96n.Chr.
Cornelius Fuscus (81 – 87n.Chr.)
Cornelius Fuscus war ein Römer aus senatorischer Familie in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts. Cornelius Fuscus schlug trotz seiner Herkunft aus dem Senatorenstand, die er aufgab, eine Laufbahn als Ritter ein. Im Jahr 68 brachte er seine Heimatstadt dazu auf die Seite Galbas zu wechseln. Zum Dank wurde er von Galba zum Procurator der Provinz Illyricum berufen. Nach Galbas Sturz schloss er sich während der Wirren des Vierkaiserjahres 69 Vespasian an. Die in Ravenna stationierte Flotte wählte ihn nach ihrem Abfall von Vitellius zu ihrem Präfekten. Während der Herrschaft Domitians wurde er zum Prätorianerpräfekten und gehörte dem Beraterkreis des Kaisers an. 86/87 befehligte er eine Armee im Kampf gegen die Daker, die ihm zu Beginn der Dakerkriege eine vernichtende Niederlage beibrachten, und fiel gegen sie. Martial (6,76) schrieb ein Grabgedicht für ihn. Casperius Aelianus (um 93n.Chr.)
Norbanus (96n.Chr.)
T. Petronius Secundus (96n.Chr.)
Nerva 96 – 98n.Chr.
T. Petronius Secundus (96 - 97n.Chr.)
Casperius Aelianus (96 – 97n.Chr.) Als die Prätorianer in ihrem Präfekten Casperius Aelianus einen Anführer fanden, der ihre Sympathien für Domitian zwar vermutlich nicht teilte, aber zumindestens zu nutzen verstand, revoltierten sie gegen Nerva und zwangen ihn, einige Mörder Domitians an sie auszuliefern. Zu diesen hatte auch der Kollege des Casperius Aelianus in der Prätorianerpräfektur, Petronius Secundus, gehört. Er sowie andere Verschwörer wurden von den Prätorianern kurzerhand gelyncht. Trajan ließ Aelianus und andere Unruhestifter unter den Prätorianern in Köln hinrichten, wo Trajan zu dieser Zeit als Adoptivsohn Nervas residierte.
Traianus 98 – 117n.Chr.
Sextus Attius Suburanus Aemilianus (um 99n.Chr.)
Sextus Attius Suburanus Aemilianus war ein römischer Senator und Prätorianerpräfekt unter Kaiser Trajan. Suburanus stammte aus dem Ritterstand. Durch eine Inschrift ist seine Laufbahn vor der Prätorianerpräfektur bekannt geworden. Demnach war er praefectus fabrum, Präfekt einer Reitereinheit, Assistent des legatus Augusti pro praetore der Provinz Hispania citerior bei der Abhaltung des Census, Assistent eines praefectus annonae und Präfekten von Ägypten, procurator Augusti ad Mercurium, procurator Augusti Alpium Cottianarum et Pedatium Tyriorum et Cammuntiorum et Lepontiorum sowie Prokurator der Provinzen Iudaea und Belgica. Suburanus wurde um das Jahr 99 in Köln durch Kaiser Trajan Nachfolger des Casperius Aelianus, der im Jahr 97 einen Aufstand gegen Kaiser Nerva unternommen hatte und deshalb vom neuen Kaiser Trajan ein Jahr später hingerichtet worden war. Plinius der Jüngere berichtet in seiner Lobrede auf Trajan über das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kaiser und Suburanus. Ihm habe Trajan den Dolch, dem Abzeichen der Amtsgewalt eines praefectus praetorio, überreicht mit den Worten: „Nimm diesen Dolch und verwende es für mich, wenn ich gut regiere; andernfalls gegen mich.“ Die Nachricht von der Überreichung des Dolches findet sich auch bei den späteren Autoren Cassius Dio und Aurelius Victor. Suburanus begleitete als comes Trajan während seiner Inspektionsreisen. Er wurde in den Senat aufgenommen und bekleidete zweimal das Konsulat. So war er im Jahr 101 Suffektkonsul und im Jahr 104 ordentlicher Konsul. Ti. Julius Aquilinus (101 – 117n.Chr.) Tiberius Claudius Livianus (101 - ... n. Chr.) Livianus war Präfekt der Prätorianer während der Dakerkriege.
Publius Acilius Attianus (117n.Chr.)
Publius Acilius Attianus war ein römischer Ritter und unter Trajan und Hadrian Prätorianerpräfekt. Attianus stammte aus der Familie der Acilier. Er war in Hadrians Jugend zusammen mit Trajan sein Vormund und Hadrian besonders ergeben. Bei Trajans Tod im Jahr 117 weilte er mit Kaiserin Plotina in unmittelbarer Nähe des Sterbenden und unterstützte die Machtübernahme Hadrians, fiel später aber in Ungnade. Attianus war es auch, der, während Hadrian die militärische Situation an der Ostfront zu meistern versuchte, vier des Komplotts gegen Hadrian verdächtige Senatoren hinrichten ließ. Hadrian distanzierte sich umgehend von der von Attianus ergriffenen Maßnahme und erklärte vorher nichts gewusst zu haben. Ser. Sulpicius Similis (117n.Chr.)
Hadrianus 117 – 138n.Chr.
Publius Acilius Attianus (117 - 119n.Chr.) Siehe oben. Ser. Sulpicius Similis (117 119n.Chr.) Quintus Marcius Turbo (119 – 135n.Chr.)
Quintus Marcius Turbo Fronto Publicius Severus war ein römischer Politiker, Militär und Prätorianerpräfekt zur Zeit der Kaiser Trajan und Hadrian. Um das Jahr 95 war Turbo Zenturio in der legio II Adiutrix in Aquincum und seither mit Hadrian, der Statthalter von Pannonia inferior war, befreundet. Nach einigen städtischen Tribunaten bei den vigiles, den equites singulares und den Prätorianern war er von 110/111 bis 113 als procurator ludi magni Vorsteher der größten Gladiatorenschule von Rom. Danach wurde er spätestens im Sommer 113 praefectus classis Misenensis (Präfekt der Flotte von Misenum); als solcher ist er Ende Sommer 114 belegt. Turbo nahm in den Jahren 114–116 als Flottenpräfekt in Trajans Stab am parthischen Krieg teil und erhielt für seine Verdienste dort die dona militaria. Ebenfalls als Flottenpräfekt wurden ihm weitere Aufgaben, wie die Unterdrückung der jüdischen Aufstände (sogenannter Babylonischer Aufstand) in Ägypten und der Kyrenaika oder der Unruhen in Mauretanien, aufgetragen. Turbos Einsatz in Ägypten und in der Kyrenaika dauerte vom Ende 116 oder Anfang 117 bis in den Spätsommer 117, die Disziplinierungsaktion in Mauretanien vom Frühherbst 117 bis spätestens Anfang 118. Anschließend wurde Turbo aufgetragen, gegen die Jazygen vorzugehen, welche die erst jüngst organisierte Provinz Dakien ernsthaft bedrohten. Damit er seine Aufgabe erfüllen konnte, gewährte man ihm die Autorität zugleich über Oberdakien und Unterpannonien (118/119). Wahrscheinlich noch im Jahr 118 erfolgte die Ernennung zum Prätorianerpräfekten. Aus der Zeit seiner Präfektur ist außer seiner sprichwörtlichen Tüchtigkeit wenig bekannt und auch das Ende seiner Amtszeit ist nicht bekannt.
Antoninus Pius 138 – 161n.Chr.
Petronius Mamertinus (138 - ?)
M Gavius Maximus (138 – 158n.Chr.)
C. Tattius Maximus (158 – 160n.Chr.)
T. Furius Victorinus (160 -161n.Chr.)
Sextus Cornelius Repentinus (160 – 161n.Chr.)
Sextus Cornelius Repentinus war ein römischer Ritter und Prätorianerpräfekt. Seine Karriere führte vom Steuereintreiber (advocatus fisci über mehrere andere Ämter bis hin zum Amt des Prätorianerpräfekten während der Herrschaft der Kaiser Mark Aurel und Antoninus Pius. Zum Karrierehöhepunkt erhielt er den Rang eines clarissimus vir. Sein Sohn war wahrscheinlich Cornelius Repentinus.
Marcus Aurelius 161 – 180n.Chr.
T. Furius Victorinus (161 -163n.Chr.)
Sextus Cornelius Repentinus (161 – 167n.Chr.) Siehe oben. T. Flavius Constans (zw. 164 und 167n.Chr.) für die germanische Göttin dea Vagdavercustis, gefunden in Köln.
Er bezeichnet sich als praefectus praetorio eminentissimus vir, als Befehlshaber der Prätorianer mit dem Rangtitel Excellenz. Die Rangklasse eines vir eminentissimus stand an der Spitze der ritterlichen Hierarchie.
M. Macrinius Vindex (169 – 172n.Chr.)
M. Bassaeus Rufus (169 – 177n.Chr.)
Commodus 180 – 192n.Chr.
Publius Tarrutenius Paternus (180 – 182n.Chr.) Bei seinem Sturz soll Marcus Aurelius Cleander seine Finger im Spiel gehabt haben.
Tigidius Perennis (180 – 185n.Chr.)
Niger (185n.Chr.)
Marcius Quartus (185n.Chr.)
T. Longaeus (185n.Chr.)
P. Attilius Aebutianus (187n.Chr.)
Marcus Aurelius Cleander (187 – 189n.Chr.)
Marcus Aurelius Cleander († 189/190) war ein römischer Politiker und Prätorianerpräfekt unter Kaiser Commodus. Cleander, ein Phryger, der wahrscheinlich schon unter Mark Aurel freigelassen worden war, spielte seit dem Beginn der Herrschaft des Commodus eine wichtige Rolle. Nach Cassius Dio hatte er bereits beim Sturz des Saoterus, eines Kämmerers des Commodus, und des Prätorianerpräfekten Publius Taruttienus Paternus seine Finger im Spiel, er wird daher wohl schon unter Mark Aurel wichtige Ämter in der Verwaltung des Palastes innegehabt haben. Für eine Rolle vielleicht sogar bei der Erziehung des Kaisers könnte der Titel τροφέυς (Pfleger) sprechen, der ihm von Commodus in einem Brief an die Athener beigelegt wurde. Als a cubiculo war er bereits während der Dominanz des Prätorianerpräfekten Tigidius Perennis eine einflussreiche Person. Als die britischen Soldaten im Jahr 185 dem Kaiser gegenübertraten, um den Kopf des Perennis zu fordern, soll er Commodus geraten haben, den Präfekten fallenzulassen. Mit dem Sturz des Perennis wurde Cleander zur wichtigsten Person im Umkreis des Kaisers, allerdings war er zunächst klug genug diese Rolle nicht durch die Bekleidung eines prestigeträchtigen Amtes allzu augenfällig werden zu lassen und strebte daher das Amt des Prätorianerpräfekten nicht an, sondern blieb als graue Eminenz im Hintergrund, nur versehen mit dem Titel a cubiculo et a pugione (Kämmerer und Dolchträger). Nach außen agierten vorerst andere, deren Bedeutung aber gering, und deren Position schwach war. Der Prozess gegen Lucius Antistius Burrus, in dem sich der eine Präfekt Atilius Aebutianus gegen Cleander stellte, zwang diesem dann doch dazu, seine Machtposition offen zu zeigen. So trat Cleander nach der Beseitigung des Aebutianus im Jahr 187 schließlich als dritter Prätorianerpräfekt neben die neuen Amtsinhaber Iulius Vehilius Gallus Iulianus und Regillus. Damit hatte er offenbar überzogen, denn kurz darauf wurde Cleander im Rahmen einer Hungerrevolte dem Mob geopfert. Unter dem Einfluss Cleanders hatte sich Commodus wieder dem Senat angenähert und die beneficia des Kaisers an das Volk eingeschränkt. Allerdings soll Cleander habgierig gewesen sein und deswegen sowohl Ämter als auch Senatorenwürden verkauft haben. Lucius Julius Vehilius Gratus Julianus (188 – 189n.Chr.) begann seine Karriere mit dem Kommando einer Kohorte. Er befehligte erst die cohors III Augusta Thracum in Syrien, dann die cohors I Ulpia Pannonium milliaria equitata in Pannonien und zog schließlich mit der in Syrien stehenden ala Herculana in den Partherkrieg des Mark Aurel und Lucius Verus. Hier wurde er für seine Verdienste ausgezeichnet und mit der Führung der ala I Tampiana milliaria in Noricum betraut. Während dieses Kommandos brach an der Donau der Markomannenkrieg los und Vehilius Gratus wurde als ranghöchster Offizier in der Orovinz zum Führer einer Sondereinheit während der Zeit des Germanen- und Sarmatenkrieges gemacht. Hier ging er wohl in der Provinz gegen eingedrungene Barbaren vor und sammelte Erfahrung im Kleinkrieg. 170.n.Chr. war er dann in Nordgriechenland in einem weiteren Sonderkommando mit der Abwehr der eingefallene Kostoboken betraut (vexillatio per Achaiam et Macedoniam), schon bald darauf kämpfte er in Südspanien gegen von Nordafrika her eingefallene Mauren. Anschließend kommandierte er dann die Schwarzmeerflotte und wurde später in einem weiteren Sonderkommando während des 2. Markomannenkrieges erneut ausgezeichnet. Danach wurde er Finanzverwalter der Provinz Lusitanien, bevor er nach Britannien beordert wurde, wo er wieder bei der Niederschlagung von Unruhen half. Jetzt kehrte Frieden ins Reich und Vehilius Gratus konnte sich des besonderen Vertrauens des Commodus erfreuen. Er bekleidete nacheinander alle wichtigen ritterlichen Ämter in Italien: Erest kommandierte er nacheinander beide kaiserlichen Flotte, dann wurde er Chef des Versorgungsamtes, und schließlich Chef der Getreideversorgung. Als Prätorianerpräfekt fiel er der Politik zum Opfer und wurde von Commodus ermordet.
Regillius (um 189n.Chr.)
Motelinus (zw. 189 u. 191n.Chr.)
Q. Aemilianus Laetus (192- 193n.Chr.)
Pertinax, Didius Julianus 193n.Chr.
Unter Didius Julianus:
T. Flavius Genialis (193n.Chr.)
Tullius Crispinus (193n.Chr.)
Veturius Macrinus (193n.Chr.)
Flavius Juvenalis (193n.Chr.)
Septimius Severus 193 – 211n.Chr.
Flavius Juvenalis (193 - 197n.Chr.)
Plautian (197 – 205n.Chr.)
Gaius Fulvius Plautianus (* in Leptis Magna; † 22. Februar 205), kurz Plautian, war ein römischer Politiker, Senator und Prätorianerpräfekt zur Zeit des Septimius Severus. Plautian war niederer Herkunft und stammte aus Leptis Magna. Er war mit Septimius Severus befreundet und wurde von ihm 193 in den Osten geschickt, wo er die Söhne des Pescennius Niger gefangen nahm, die verbannt und 196 beseitigt wurden. Im Jahr 197 wurde Plautian Prätorianerpräfekt und erhielt zwischen 197 und 202 die consularia ornamenta (ein Ehrenkonsulat, das Plautian als erstes Konsulat führen durfte). Als Freund des Kaisers stieg Plautian nun zu ungeheurer Macht auf und erwarb sich großen Reichtum. Er bekam das ius gladii, den Clarissimat, und ließ seinen Amtskollegen Quintus Aemilius Saturninus töten, so dass er eine Zeit lang alleiniger Prätorianerpräfekt war. Infolge seines ungeheueren Einflusses auf den Kaiser wurde seine Tochter Fulvia Plautilla mit Caracalla verlobt und im Jahr 202 vermählt. Durch die Heirat zum Schwager des Kaiser geworden, wurde Plautian in den Senat aufgenommen und seine Familie wurde den patrizischen zugezählt. Im Jahr 203 wurde Plautian zusammen mit dem Bruder des Kaisers, Publius Septimius Geta, ordentlicher Konsul. Als Konsul und Pontifex blieb Plautian weiterhin Prätorianerpräfekt. Er begleitete Severus auf seinem Partherfeldzug. Viele Statuen wurden ihm errichtet. Nach einer vorübergehenden Verstimmung des Severus brachte Plautian seine Verfeindung mit der Kaiserin Julia Domna und Caracalla zu Fall. Caracalla beschuldigte ihn des Mordplanes gegen Severus und ließ Plautian am 22. Februar 205 töten. Plautian verfiel der damnatio memoriae, seine Statuen wurden zerstört und sein Name eradiert. Sein Sohn Gaius Fulvius Plautus Hortensianus und seine Tochter wurden nach Lipari verbannt und 211 getötet. Q. Aemilius Saturninus (200n.Chr.) Quintus Maecius Laetus (205 – 211n.Chr.)
Quintus Maecius Laetus war ein römischer Politiker, Senator und Prätorianerpräfekt. Herkunft und Abstammung des Laetus sind unbekannt. Um 185 wurde Laetus Statthalter der Provinz Arabien. Danach wurde er Statthalter von Ägypten (200–203). Im Jahr 205 wurde Laetus zusammen mit Papinian als Nachfolger des mächtigen Plautian Prätorianerpräfekt. Er amtierte wohl bis 211. Unter Kaiser Caracalla, im Jahr 215, wurde Laetus gemeinsam mit Marcus Munatius Sulla Cerialis ordentlicher Konsul. Nicht bekannt ist, ob Laetus den Konsulat nach einer früheren Verleihung der ornamenta consularia oder nach einer adlectio inter consulares erhielt. Papinian (205 – 211n.Chr.)
Aemilius Papinianus (* 142; † 212), kurz Papinian, war ein römischer Jurist, magister libellorum und später Prätorianerpräfekt unter Septimius Severus. Er war ein enger Freund des Severus, den er in die Provinz Britannia begleitete und der ihm vor seinem Tod seine beiden Söhne anvertraute. Papinian versuchte, zwischen den Brüdern Frieden zu halten, doch dies steigerte nur den Hass des einen, Caracalla, auf den anderen, Geta: Caracalla ließ Ende 211 erst Geta und wenig später dessen Freunde ermorden, darunter Papinian, der sich weigerte, auf Geheiß Caracallas den Mord an seinem Bruder Geta als einen Akt staatsrechtlicher Notwehr juristisch zu rechtfertigen. Die Details werden verschieden berichtet und wurden mit legendenhaften Ausschmückungen versehen, aber der Mord an Papinian, der vor Caracallas Augen stattfand, gilt als eines der schändlichsten Verbrechen des Kaisers. Nur wenig mehr ist über Papinian bekannt. Er wurde vielleicht in Syria geboren, da gesagt wird, er sei ein Verwandter von Severus’ zweiter Frau Julia Domna gewesen. Dass er mit Severus bei Quintus Cervidius Scaevola Recht studierte, ist durch eine eingeschobene Passage in der Historia Augusta belegt. Obwohl sein Werk verglichen mit anderen Juristen wie Ulpian, der als Assessor bei ihm tätig war, oder Iulius Paulus nicht umfangreich war, hatte er großen Einfluss. Das Zitiergesetz (in Kraft gesetzt 426) legte fest, dass, wenn es keine Mehrheit von Rechtsquellen (von ihm, Ulpian, Iulius Paulus, Herennius Modestinus und Gaius) für oder gegen eine Entscheidung oder Auslegung gab, sich die Seite durchsetzen sollte, die Papinian vertrat. Seine Hauptwerke sind Quaestiones in 37 Büchern (geschrieben vor 198), Responsa (geschrieben zwischen 204 und seinem Tod), Definitiones und De adulteriis.
Caracalla 212 – 217n.Chr.
Quintus Maecius Laetus (212n.Chr.)
Valerius Patruinus (212n.Chr.)
Cn. Marcius Rustius Rufinus (212 – 217n.Chr.) Marcus Oclatinius Adventus (216 - ?)
Marcus Oclatinius Adventus war ein römischer Politiker, Senator und Prätorianerpräfekt. Adventus stammte aus niedrigen Verhältnissen. Über untergeordnete militärische Ämter stieg er unter Septimius Severus bis zum Princeps peregrinorum (Offizier, der die fremden und ausländischen Völker kommandierte) auf, und trat in den Verwaltungsdienst über. Als Prokurator von Britannien (zwischen 205 und 207) diente er unter dem Statthalter Lucius Alfenus Senecio. Caracalla ernannte ihn im Jahr 216 zusammen mit Marcus Opellius Macrinus zum Prätorianerpräfekten. Im Jahr 216/217 erhält Adventus die consularia ornamenta und im April 217 die adlectio inter consulares. Adventus weilte mit Caracalla in Mesopotamien, und wurde nach dessen Ermordung von den Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Adventus lehnte aber unter den Hinweis auf sein hohen Alter und ein Augenleiden ab, sodass im April 217 Macrinus auf den Thron gehoben wurde. Dieser dankte es ihm durch die Ernennung zum Stadtpräfekten im Jahr 217 und den ordentlichen Konsulat, zusammen mit dem neuen Kaiser, im Jahr 218. Cassius Dios Zorn entzündete sich an der Person des Oclatinius Adventus. Der neue Kaiser nahm ihn nun nicht nur in den Senatorenstand auf, sondern ernannte ihn als seinen Kollegen zum Ordinarius und machte ihn zum Praefectus urbi. Das alles, obwohl Adventus, wie Dio sarkastisch hervorhob, weder sehen – wegen seines hohen Alters – noch lesen konnte – wegen dürftiger Ausbildung. Er sei überhaupt zu nichts fähig gewesen, weil er jeglicher Erfahrung entbehrte. Als Konsul konnte er nicht einmal ein ordentliches Gespräch mit anderen Senatoren führen, deshalb täuschte er am Tag der Wahlen eine Krankheit vor. Die Betrauung dieses Mannes mit der Stadtpräfektur, noch bevor er die Aufgaben des Konsulamtes erfüllt hatte, ja noch ehe er Senator gewesen war, bedeutete wohl den schwersten von Macrinus’ Verstößen gegen die senatorische Beförderungspolitik. Scharfsinnig merkt Dio an, dass Macrinus mit dieser Vorgehensweise seine eigene Herkunft in den Hintergrund zu drängen suchte, da er selbst noch Ritter gewesen war, als er den Kaiserthron errungen hatte. M. Opelilus Macrinus (um 212 – 217n.Chr.), Kaiser
Marcus Opellius Macrinus (* 164 in Caesarea; † Juni/Juli 218) war römischer Kaiser vom 11. April 217 bis zum 8. Juni 218. Als Kaiser nannte er sich Marcus Opellius Severus Macrinus. Herkunft und Karriere Macrinus wurde 164 geboren. Er war Maure und stammte aus Caesarea, der Hauptstadt der Provinz Mauretania Caesariensis (in der Nähe von Cherchell im heutigen Algerien). Er war angeblich von bescheidener Herkunft. Seine Eltern sind aber unbekannt; wir wissen auch nicht, ob sie bereits dem Ritterstand angehörten oder – was wahrscheinlicher ist – erst Macrinus selbst den Ritterrang erwarb. Angaben, dass er ursprünglich kaiserlicher Sklave in Rom war, dann freigelassen wurde und sich als Prostituierter betätigte, bis Kaiser Septimius Severus ihn, da er zu nichts tauge, nach Afrika schickte, sind unglaubwürdige Behauptungen seiner Widersacher, ebenso wie auch andere Erzählungen, wonach er sich als Gladiator und Jäger durchschlug. Glaubwürdig ist hingegen, dass er in Rom als Anwalt tätig war. Um 200 boten juristische Kenntnisse oft gute Aufstiegsmöglichkeiten. Später wurde Macrinus von dem mächtigen Prätorianerpräfekten Plautianus gefördert. Nach dessen Ermordung 205 wurde er mit verschiedenen Ämtern betraut. Schließlich stieg er unter Kaiser Caracalla im Jahre 212 zur Stellung eines der beiden Prätorianerpräfekten auf. Er hatte damit eine der mächtigsten Positionen im Reich inne. 216–217 begleitete er Caracalla auf dem Feldzug gegen die Parther.
Erhebung Die Berichte darüber, wie Macrinus auf den Thron gelangte, sind widersprüchlich. Im Kern glaubwürdig sind die Berichte, nach denen im Jahre 217 ein Gerücht über Prophezeiungen kursierte, die Macrinus die Kaiserwürde verhießen. Dies bedeutete für ihn akute Lebensgefahr. Daher organisierte er die Ermordung Caracallas am 8. April 217. Da Caracalla im Heer sehr beliebt war, musste Macrinus seine Beteiligung an dem Mordanschlag verheimlichen. Erst nach tagelangem Zögern ließen sich die Soldaten überreden, Macrinus am 11. April zum Kaiser auszurufen, nachdem sein Kollege, der bereits betagte andere Prätorianerpräfekt Marcus Oclatinius Adventus, die Kaiserwürde abgelehnt hatte. Dies bedeutete einen Dynastiewechsel. Macrinus blieb wegen des Partherkriegs im Osten; er hat als Kaiser Italien nie betreten. Macrinus war der erste Kaiser in der römischen Geschichte, der nicht dem Senatorenstand angehörte, sondern Ritter war. Aus der Sicht des Senats war das ein Skandal und ein höchst unerwünschter Präzedenzfall. Allerdings räumte Cassius Dio ein, dass Macrinus durchaus über gute Anlagen verfügt habe. Im übrigen waren viele Senatoren über den Sturz des ihnen verhassten Caracalla erfreut, und sie registrierten durchaus, dass sich Macrinus intensiv um ihre Anerkennung bemühte. Partherkrieg Da Macrinus militärisch unerfahren und im Heer nicht beliebt war, hatte er kein Interesse an einer Fortsetzung von Caracallas Angriffskrieg gegen die Parther. Daher bot er einen Frieden an, wobei er die Schuld am Krieg auf seinen Vorgänger schob. Der Partherkönig Artabanos IV. wertete dies als Zeichen der Schwäche und stellte entsprechend hohe Forderungen. Bei Nisibis kam es schließlich zu einer dreitägigen Schlacht, in der die Römer schwere Verluste erlitten. Dann begannen Verhandlungen, die im Frühjahr 218 mit einem Friedensvertrag endeten. Die Römer mussten den Frieden mit außerordentlich hohen Zahlungen - ca. 200 Millionen Sesterzen - erkaufen, scheinen aber keine Gebietsverluste erlitten zu haben. Der letzte römisch-parthische Krieg endete also mit einer römischen Niederlage, auch wenn Macrinus, der dringend eines militärischen Erfolges bedurfte, um seine Herrschaft zu festigen, auf seinen Münzen einen großen Sieg verkünden ließ. Finanzpolitik
Ein vordringliches Problem war die Zerrüttung der Staatsfinanzen, die aus der unseriösen Finanzpolitik Caracallas resultierte. Caracalla hatte die Soldaten durch Solderhöhung und üppige Sonderzuwendungen (Donative) verwöhnt. Hinzu kamen die Kosten des Friedensschlusses. Macrinus musste energisch sparen, war aber hinsichtlich der brisanten Problematik der überhöhten Personalkosten beim Militär zu vorsichtigem Vorgehen gezwungen. Statt zu Steuererhöhungen zu greifen oder willkürliche Konfiskationen anzuordnen, verkaufte er kaiserlichen Besitz und bemühte sich um Kostensenkung. Aufstand gegen Macrinus Mit Caracalla war die männliche Nachkommenschaft des Kaisers Septimius Severus, des Gründers der Severerdynastie, ausgestorben. Caracallas Tante mütterlicherseits, die Syrerin Julia Maesa, musste sich mit ihren Töchtern und Enkeln auf Befehl des Macrinus in ihre Heimatstadt Emesa (heute Homs in Syrien) zurückziehen. Dort verfügte sie über ein großes Vermögen und Einfluss. Da die Soldaten der alten Dynastie nachtrauerten und Macrinus nach dem unrühmlichen Ende des Partherkriegs geschwächt war, sah Maesa eine Chance, ihren eigenen Nachkommen die Kaiserwürde zu verschaffen. Ihr Umfeld begann, gegen Macrinus zu agitieren, und ihr vierzehnjähriger Enkel Varius Avitus (Elagabal) wurde als unehelicher Sohn Caracallas ausgegeben. Mit diesem Appell an die Loyalität zur Dynastie der Severer und mit der Aussicht auf großzügige Geldgeschenke aus dem Vermögen Maesas ließen sich die Soldaten der Legio III Gallica, die in der Nähe von Emesa stationiert war, zum Aufstand gegen Macrinus bewegen; Elagabal wurde am 16. Mai 218 zum Kaiser erhoben, und die Rebellion breitete sich rasch aus. Nun ließ Macrinus seinen noch nicht zehnjährigen Sohn Diadumenianus, der schon 217 den Caesartitel erhalten hatte, zum Augustus ausrufen – offensichtlich eine Verzweiflungsmaßnahme. Niederlage, Flucht und Tod Am 8. Juni 218 kam es in der Nähe von Antiocheia zur Entscheidungsschlacht, die chaotisch verlief, da es beiden Heeren an kompetenter Führung mangelte. Die Truppen des Macrinus hatten zunächst die Oberhand, aber als der Widerstand der Gegenseite sich versteifte, gab Macrinus nach übereinstimmenden Angaben der Hauptquellen die Schlacht vorzeitig verloren und ergriff die Flucht. Damit war seine Niederlage besiegelt. Daraufhin sandte Macrinus seinen Sohn und nominellen Mitherrscher zum Partherkönig, um ihn in Sicherheit zu bringen, aber Diadumenianus gelangte nicht über die Grenze, sondern wurde in der Stadt Zeugma am Euphrat gefasst und bald darauf getötet. Macrinus versuchte, verkleidet nach Rom zu fliehen, da der Senat, der Elagabal zum Staatsfeind erklärt hatte, noch auf seiner Seite stand. Bei Chalkedon wurde er aber von Anhängern der Gegenseite erkannt und gefangen genommen. Er sollte nach Syrien zurückgebracht werden, wurde aber schon unterwegs getötet. Über ihn wurde die damnatio memoriae verhängt.
Macrinus 217 – 218n.Chr.
Ulpius Julianus (217 – 218n.Chr.)
Julianus Nestor (217 -218n.Chr.)
Julius Basilianus (218n.Chr.)
Elagabal 218 -222n.Chr.
Publius Valerius Comazon
Publius Valerius Comazon war ein römischer Politiker, Senator und Prätorianerpräfekt. Comazon war angeblich Komödiant und Tänzer. Unter Commodus wurde er gemeiner Soldat in Thracia, dort ließ er später den Statthalter Tiberius Claudius Attalus Paterculianus töten. Als Anhänger des Septimius Severus stieg er unter diesem rasch auf und stand im Jahr 218 als Legionspräfekt der legio II Parthica in Syrien, wo er mit Gannys, dem Erzieher des Elagabal, den Aufstand gegen Kaiser Macrinus organisierte, diesen tötete und Elagabal auf den Thron hob. Für diese Tat wurde Comazon im Jahr 219 in den Ritterstand und zum Prätorianerpräfekten erhoben, zudem erhielt er die consularia ornamenta. Im Jahr 220 wurde Comazon zusammen mit Elagabal ordentlicher Konsul und ein Jahr später zum zweiten Mal Prätorianerpräfekt. Comazon überlebte den Untergang Elagabals und wurde unter Severus Alexander zum dritten Mal Prätorianerpräfekt. Sein Zeitgenosse Cassius Dio berichtet, dass Comazon dreimal Stadtpräfekt war. Die Chronologie ist aber nicht eindeutig gesichert. Zum ersten Mal amtierte er wohl 219?/220 (218?), dann, wohl nur vorübergehend, im Jahr 221 und zum dritten Mal 222/223. Cassius Dio charakterisiert Comazon als verdorbene Kreatur ohne jegliche zivile oder militärische Erfahrung, die es dennoch später zum Konsul und zum Stadtpräfekten brachte, und das nicht nur einmal, sondern sogar noch ein zweites und ein drittes Mal, was niemanden sonst vorher widerfahren war: Demnach muss auch dies zu den größten Schändungen der geläufigen Praxis gezählt werden. Titus Messius Extricatus (218 -222n.Chr.)
Titus Messius Extricatus war ein römischer Politiker, Senator und Prätorianerpräfekt. Extricatus wird mit dem gleichnamigen praefectus annonae im Jahr 210 zu identifizieren sein. Nachdem er von Kaiser Caracalla offenbar im Rang der Prätorier in den Senat aufgenommen worden war, wurde ihm das Kommando über eine nicht näher zu bestimmende Legion anvertraut. Anscheinend war dies das einzige prätorische Amt, bevor er als Comes und Amicus des Kaisers mit dem ordentlichen Konsulat im Jahr 217 geehrt wurde. Vor diesem Jahr wurden Extricatus bereits die consularia ornamenta oder die adlectio inter consulares verliehen. Ganz unüblich, doch unter Kaiser Elagabal kaum überraschend, wurde Extricatus zum Prätorianerpräfekten ernannt (218/222). In diesem Amt dürfte er der Kollege des Antiochianus gewesen sein, und diese beiden waren wohl die Prätorianerpräfekten, die zusammen mit Elagabal getötet wurden.
Severus Alexander 222 – 235n.Chr.
Iulius Paulus
Iulius Paulus war ein römischer Jurist, Assesor des Prätorianerpräfekten Papinianus und später Prätorianerpräfekt unter Kaiser Severus Alexander. Seine Schriften hatten so große Autorität, dass die Kaiser Theodosius II. und Valentinian III. ihn in ihrem Zitiergesetz aus dem Jahr 426, zusammen mit Gaius, Papinian, Ulpian und Modestinus, zu einem der fünf Juristen ernannten, deren Meinung von Justizbeamten bei zu entscheidenden Fällen gefolgt werden solle. In der Antike wurden dem Paulus auch die fünf Bücher der Sententiae Receptae zugeschrieben, die vor allem im Breviarium Alaricianum erhalten geblieben sind. Diese Schrift dürfte nach neueren Erkenntnissen aber kaum von Paulus stammen, sondern von einem unbekannten Autor, der um 295 n. Chr. in der Provinz Africa wirkte. Flavianus (222 - 223n.Chr.)
Geminius Chrestus (222 – 223n.Chr.)
Cn. Domitius Annius Ulpianus (222 – 228n.Chr.)
Domitius Ulpianus (* um 170 in Tyros; † 223 in Rom), kurz Ulpian, war ein römischer Jurist, dessen literarische Aktivität in die Zeit zwischen 211 und 222 fällt. Ulpian trat erstmals in der Öffentlichkeit als Assessor(Gehilfe) im Auditorium Papinians und Berater des Septimius Severus auf; unter Caracalla war er als magister libellorum für Eingaben an den Kaiser zuständig. Unter Kaiser Elagabal war er für die Lebensmittelversorgung zuständig, soll jedoch von diesem Herrscher aus Rom verbannt worden sein. Elagabals Nachfolger Severus Alexander machte ihn 222 zum Prätorianerpräfekten und zu einem seiner wichtigsten Berater. Die Hauptschwäche der Regierung Alexanders bzw. Mamaeas war das Fehlen einer eigenen Machtbasis, woraus sich eine Abhängigkeit vom Wohlwollen der Prätorianer ergab. Das Ausmaß des aus dieser Schwäche resultierenden Autoritätsverfalls trat schon 223 in der Prätorianerkrise dramatisch zutage. Aus geringfügigem Anlass entwickelten sich dreitägige Straßenkämpfe zwischen den Prätorianern und der Bevölkerung. Ulpian konnte einen Machtkampf mit seinen Untergebenen, den Prätorianerpräfekten Julius Flavianus und Geminius Chrestus, für sich entscheiden; die beiden Präfekten wurden hingerichtet. Die von ihm vorgenommene Streichung der Privilegien, die Elagabal der Prätorianergarde zugestanden hatte, und der Tod der beiden Konkurrenten brachte ihm aber tödliche Feindschaft ein. Er wurde bald darauf von der Prätorianergarde im Palast ermordet, wohin er geflüchtet war; der minderjährige Kaiser konnte ihn dort nicht schützen. Werk
Sein enzyklopädisches Werk beinhaltet: Ad Sabinum, ein Kommentar zum ius civile in 51 Büchern; Ad edictum, ein Kommentar zum prätorischen Edikt in 83 Büchern; Sammlungen von Meinungen, Erwiderungen und Disputationen; Bücher über Richtlinien und Institutionen; Abhandlungen über die Funktionen der verschiedenen Magistrate – eine davon, De officio proconsulis libri x, enthält eine umfassende Exposition des Strafrechts; Monographien über verschiedene Statuten, Nachlassstiftungen sowie viele weitere Werke. Seinen Schriften insgesamt verdanken Justinians Digesten etwa ein Drittel ihres Inhalts, seinem Ediktskommentar alleine ein Fünftel. Als Autor wird er durch hochwertige Lehre, Kritikfähigkeit, Klarheit in Aufbau, Stil und Sprache charakterisiert. Von Ulpian stammt die bis heute in juristischen Fachkreisen bekannte (wenn auch nicht mehr vorherrschend vertretene) "Interessentheorie" zur Abgrenzung des öffentlichen vom privaten Recht. Sie besagt, dass es sich um öffentliches Recht handelt, wenn staatliche Interessen ("res publica") betroffen sind, hingegen um Privatrecht, wenn es um Individualinteressen geht. Seine Schriften erlangten so große Autorität, dass die Kaiser Theodosius II. und Valentinian III. ihn in ihrem Zitiergesetz aus dem Jahr 426 zusammen mit Gaius, seinem Lehrer Papinian, Modestinus und Iulius Paulus als einen der fünf Juristen bestimmten, deren Meinung bei juristischen Entscheidungen maßgeblich sein sollte.
Maximinus Thrax 235 – 238n.Chr.
Vitalianus (238n.Chr.)
Vitalianus muss höchst grausam gewesen sein und seine Brutalität erinnerte wohl sehr stark an Maximinus. Er wurde von einem Quästor und einigen Soldaten auf Geheiß des Senats erschlagen. Man schickte ihm einen gefälschten Brief des Maximinus und während er das Siegel öffnete wurde er niedergestoßen. Der Soldateska wurde dann eingeredet, Vitalianus sei auf Befehl des Maximinus getötet worden. Nach vollbrachter Tat gab man im Prätorianerlager ein Schreiben der Gordiane bekannt und stellte deren Porträts auf.
Gordianus I., Gordianus II., Balbinus und Pupienus (Maximus) 238 n.Chr.Gordianus II. Gordianus wurde durch seinen gleichnamigen Vater zu seiner Begleitung zum Prätorianerpräfekten ernannt.(Aurelius Victor, Die römischen Kaiser, 27,1)
Pinarius Valens (238 n.Chr.)
Pinarius (Oheim von Maximus) wurde unmittelbar nach der Kaiserwahl des Maximus zum Prätorianerpräfekten befördert.
Nach dem Tod der beiden Gordiane im Januar oder März 238 übernahm der Senat notgedrungen den Widerstand gegen den amtierenden Kaiser Maximinus Thrax, den man zuvor zum Staatsfeind erklärt hatte, und ernannte zwei gleichrangige Augusti aus den eigenen Reihen, Balbinus und Pupienus. Die stadtrömische Bevölkerung setzte mit Hilfe der Prätorianer, die sich durch das Vorgehen des Senates in der Kaiserwahl übergangen fühlten, die Ernennung des 13-jährigen Gordian (III.) zum Caesar und princeps iuventutis durch. Nach Maximinus' gewaltsamen Tod bei Aquileia (zwischen April und Juni 238) traten offensichtliche Differenzen zwischen Balbinus und Pupienus hervor. Beide strebten die alleinige Herrschaft an. In dieser Situation ergriffen die Prätorianer die Initiative: Sie töteten die beiden Augusti im Kaiserpalast und zwangen den Senat zur Anerkennung von Gordians Herrschaftsanspruch. Gordian wurde daraufhin (wohl im Juni 238) zum alleinigen Kaiser proklamiert.
Gordianus III. 238 – 244n.Chr.
Domitius (240n.Chr.) Aedinius Julianus (240 n.Chr.)
Julianus war Senator und wurde unter Gordian III. Prätorianerpräfekt, eine üblicherweise von Rittern versehene Funktion C. Furius Sabinius Aquila Timesitheus (241 – 243n.Chr.)
Gaius Furius Sabinius Aquila Timesitheus († 243) war einer der wichtigsten Berater des jungen römischen Kaisers Gordian III., unter dem er zuletzt das Amt des Prätorianerpräfekten bekleidete. Er galt als ein außergewöhnliches Organisationstalent. Timesitheus war ein römischer Ritter und hatte seine Laufbahn offenbar unter Kaiser Elagabal begonnen, unter dem er in Spanien als Hilfstruppenpräfekt diente; 218 und 222 bekleidete er die Position eines Statthalters im römischen Arabien, um 220 hatte er einen zivilen Verwaltungsposten in den Rheinprovinzen inne. Weitere Ämter folgten, wobei sich Timesitheus offenbar als flexibler und universell einsetzbarer Funktionär erwies. 232 oblag ihm die finanzielle Koordination des mäßig erfolgreichen Krieges des Kaisers Severus Alexander gegen die Sassaniden, danach bewährte er sich in den folgenden Jahren auf diversen Posten in Gallien - so erwarb er sich unter Maximinus Thrax den zweifelhaften Ruf, besonders erfolgreich die staatlichen Einnahmen erhöht zu haben - und wurde schließlich 241 zum Prätorianerpräfekten ernannt. Es gelang ihm offenbar sehr rasch, zur maßgeblichen Figur am Hof aufzusteigen und den jungen, unerfahrenen Gordian III. an sich zu binden. Im Frühjahr 241 heiratete der Kaiser Timesitheus’ Tochter Furia Sabinia Tranquillina, was diesen de facto zum Mitregenten machte. In der literarischen Überlieferung (Historia Augusta als auch bei Zosimus) ist Timesitheus eine Lichtgestalt ersten Ranges. Ihm gelang das Kunststück, in der Kommunikation mit den gesellschaftlichen Einflussgruppen, Senatoren, Militär und plebs urbana, das Gleichgewicht zu bewahren und der Regierung des Kaisers die Akzeptanz aller zu sichern. Trotz seiner Machtfülle erwies sich der Prätorianerpräfekt offenbar als loyaler Helfer des Kaisers, dessen Regime er entscheidend stützte. 243 zog er gemeinsam mit Gordian gegen die Sassaniden unter Schapur I., denen die römischen Truppen in einem ersten Gefecht eine empfindliche Niederlage zufügen konnten. Dazu ein Auszug des kaiserlichen Schreibens Gordians an den Senat: „Sodann haben wir Carrhae und die übrigen Städte der Herrschaft Roms zurückgewonnen. Wir sind bis Nisibis gelangt und werden, so die Götter uns gnädig sind, bis nach Ktesiphon gelangen. Möge uns nur unser Präfekt und Vater Timisitheus erhalten bleiben, unter dessen leitung und durch dessen Organisationsgabe wir dieses vollbracht haben und all das übrige volbringen werden. Eure Sache ist es also, Dankfeste anzuordnen, uns den Göttern zu empfehlen und dem Timisitheus Dank zu sagen.“ Nach Verlesung dieses Schreibens im Senat wurde dem Gordian als dem Persersieger zum Behuf eines Triumphes über die Perser ein Elephantenviergespann bewilligt, dem Timisitheus aber ein Gespann von sechs Pferden, ein Triumphwagen und folgende Inschrift: „Dem Timisitheus, vir eminentissimus, dem Kaiservater, dem Prätorianerpräfekten, dem Beschützer der ganzen Welt, Wiederhersteller der res publica. In Dankbarkeit, der Senat und Volk von Rom“ Im Jahr 242 drangen Gruppen von Karpen, Goten und Alanen über die untere Donau nach Thrakien, bis vor Adrianopel vor. Ein starkes Truppenaufgebot unter der Führung des Timesitheus, dass sich auf dem Weg zum östlichen Kriegsschauplatz befand, schlug die Germanenstämme schließlich hinter die Grenzen zurück. Der plötzliche Tod des Timesitheus kurz nach diesem erfochtenen Sieg hatte dann weitreichende Folgen; sein Nachfolger als Prätorianerpräfekt wurde der aus Arabien stammende Julius Philippus, der nach einer Niederlage der Römer in der Schlacht von Mesiche 244 und dem rätselhaften Tod Gordians als Philippus Arabs den kaiserlichen Purpur annehmen sollte. Gaius Julius Priscus (244 - 246 n.Chr.) (siehe unten) M. Julius Philippus (243 – 244n.Chr.), Kaiser
Philippus Arabs 244 – 249n.Chr.)
Marcus Iulius Philippus (* um 204 in Shahba; † 249 bei Verona), auch bekannt als Philippus Arabs, Philipp der Araber oder als Philippus I., war von 244 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Aufstieg zum Kaiser Philippus wurde in der Stadt Shahba, die später von ihm als Philippopolis neu gegründet wurde, in der Landschaft Trachonitis im heutigen Syrien geboren. Sein Vater war Iulius Marinus, der möglicherweise ein Nomadenführer gewesen war. Trotz seiner einfachen Herkunft stieg er in der römischen Berufsarmee schnell auf und brachte es zum Prätorianerpräfekten unter Gordian III. Nach dessen Tod, an dem er laut mehreren Quellen nicht ganz unschuldig gewesen sein soll (ob dies jedoch zutrifft, lässt sich nicht eindeutig beantworten und ist in der modernen Forschung auch umstritten; möglich ist, dass Gordian in der Schlacht von Mesiche gegen die Sassaniden fiel), ließ er sich 244 zum Kaiser ausrufen. Er gilt als der erste römische Kaiser, der aus Arabien kam. Philippus konnte zwar die Lage an den römischen Grenzen im Osten beruhigen, vermochte es jedoch nicht, auch die wichtige Nordgrenze dauerhaft zu befrieden. Gleich nach Amtsantritt schloss er einen Frieden mit den Sassaniden, der Rom zwar die Herrschaft über Armenien kostete, aber immerhin Unterarmenien und Mesopotamien sicherte. Schapur I. freilich sah sich eindeutig als Sieger, vor dem auf dem Relief von Bishapur der neue römische Kaiser auf die Knie gesunken ist; allerdings haben die Perser auch tatsächlich vom Vertrag profitiert. Philippus machte seinen Bruder Gaius Iulius Priscus zum Prätorianerpräfekten und Statthalter der Provinz Mesopotamien und ernannte seinen Schwiegervater bzw. Schwager Severianus zum Statthalter in Moesien. Diesem gelang es aber nicht, die Karpen dort zurückzuschlagen, die um die Jahreswende 244/245 die Donau überquerten. So zog Philippus Ende 245 selbst von Rom ins Grenzgebiet, wo er 246 zunächst die Germanen besiegte und dann im Jahr darauf die Karpen in Dakien zum Frieden zwang.
Die Tausendjahrfeier
Auch wenn er traditionell zu den Soldatenkaisern gezählt wird, stand Philippus doch klar in der Tradition der Severer und konnte dem Reich durchaus eine gewisse Stabilität geben: Von einer allgemeinen Reichskrise kann zumindest für seine Zeit noch nicht gesprochen werden. Im Jahr 248 wurde unter seiner Herrschaft die Tausendjahrfeier der Stadt Rom begangen, da nach der Zeitrechnung Varros in diesem Jahr das elfte Jahrhundert begann. Tagelang dauerten die religiösen Feierlichkeiten, die mit aufwändigsten Gladiatorenkämpfen, Wagenrennen und Tierkämpfen einhergingen. Um das Großereignis auch gebührend feiern zu können, erhielt die Bevölkerung Roms vom Kaiser großzügige Geldgeschenke. Die Römer wähnten sich bereits zu Beginn eines neuen Zeitalters des Friedens, mit einer von Philippus begründeten Dynastie an der Spitze.
Niederlage und Tod
Die Freude währte nicht lange, da noch im Jahr der Feier Usurpatoren in den Provinzen Anspruch auf den Thron erhoben. Philippus verfiel daraufhin in Panik und war bereits drauf und dran abzudanken. Die Revolten verliefen aber im Sande, da ihre Anführer ermordet wurden, jedoch wurden die Goten und Karpen ermuntert, in Untermoesien einzufallen. Severianus war abermals mit der Verteidigung überfordert, woraufhin der Kaiser dem Senator Decius den Oberbefehl über Moesien und Pannonien erteilte. Wie sich später herausstellte, war dies ein schwerer Fehler, da Decius zwar rasch die Ordnung wiederherstellte, aber seine Legionen ihn 249 zum Kaiser ausriefen. Es kam zur Entscheidungsschlacht bei Verona, die Philippus trotz zahlenmäßiger Überlegenheit verlor. Bei diesem Gefecht kam er ums Leben; sein Sohn Philippus Caesar wurde später von Prätorianern erschlagen. Decius wurde sein Nachfolger. Eusebius von Caesarea berichtet in seiner Kirchengeschichte, dass Philippus Arabs der erste römische Kaiser gewesen sei, der „bei der Ostervigil mit der Volksmenge an den Gebeten der Kirche [...] als Christ“ habe teilnehmen wollen; dass ihn aber der Bischof erst, nachdem der Kaiser sich den Büßern zugesellt hatte, zur Messe zuließ. Allerdings haben sich die meisten Althistoriker wie Klaus Martin Girardet gegen die Annahme ausgesprochen, dass es christliche Kaiser vor Konstantin gegeben habe. Die Legende, Philippus sei Christ gewesen, entstand wohl, um den relativ toleranten Kaiser von Decius abzugrenzen, der Ende 249 ein reichsweites Opfergebot erließ, das faktisch zu einer heftigen Christenverfolgung führte. Gaius Iulius Priscus (244 – 246n.Chr.)
Gaius Iulius Priscus († 249) war ein römischer Prätorianerpräfekt in der Regierungszeit der Kaiser Gordian III. und Philippus Arabs. Priscus wurde in der römischen Provinz Arabia, im heutigen südlichen Syrien, geboren, als Sohn eines Iulius Marinus, der möglicherweise ein Nomadenführer gewesen war. Der Name seiner Mutter ist unbekannt, bekannt ist aber, dass er der Bruder von Marcus Iulius Philippus war, dem späteren Kaiser Philippus Arabs. Priscus begann seine Karriere bereits unter Gordian III. als Prätorianerpräfekt. Unklar ist, ob Priscus das Amt bereits als Kollege des Timesitheus ausübte, das heißt noch vor seinem Bruder Prätorianerpräfekt war. Er war in dieser Funktion wohl damit betraut, die Versorgung und Sicherheit im Hinterland während Gordians Perserfeldzug zu gewährleisten. In dieser Stellung konnte er den Putsch seines Bruders gegen Gordian III. tatkräftig unterstützen. Auch unter Philippus blieb Priscus Prätorianerpräfekt. Im Jahr 245 war er Präfekt der Provinz Mesopotamia und Legat von Syria Coele. Unklar ist, ob er in dieser Zeit die Prätorianerpräfektur ablegte oder ob er sie gleichzeitig mit den Statthalterschaften bekleidete. Möglicherweise drückt der Titel rector Orientis (zwischen 247 und 249) diese übergeordnete Stellung im Osten des Reiches aus, die sich aus der zweiten Passage des Zosimos entnehmen lässt. Ob er neben Mesopotamia und Syria Coele noch weitere Provinzen im Osten verwaltete, ist nicht belegt, aber durchaus möglich, da die Statthalterlisten für diese Jahre große Lücken aufweisen. Durch den hohen Steuerdruck, den Priscus ausübte, machte er sich bei der Bevölkerung unbeliebt, die sich dann gegen Priscus erhob. Die Quellen schweigen über Priscus’ Ende. Er dürfte aber 249 mit Philippus den Tod gefunden haben, da er eine wichtige Rolle unter seinem Bruder gespielt hatte und der Widerstand gegen Philippus zum Teil der Unzufriedenheit mit Priscus’ Steuerpolitik entsprang. Priscus hatte eine Ehefrau namens Tryphoniana und einen Sohn, der früh verstarb. Iulius Priscus ist nicht mit den Usurpator Priscus unter Kaiser Decius identisch.
Decius 249 – 251n.Chr.
Präfekten unbekannt.
Trebonius Gallus 251 – 253n.Chr.
Präfekten unbekannt.
Valerianus 253 – 260n.Chr.Über Valerians Beziehungen zum römischen Senat ist wenig bekannt. Doch spielten Senatoren in dieser Zeit schon längst keine wichtige Rolle mehr in der Regierungspraxis. In Rom selbst wurde durch den Abzug der Prätorianergarde sowie durch die Abwesenheit des Kaisers, der sich fast andauernd auf Feldzügen aufhielt, das Gleichgewicht zwischen Senat, Volk, Kaiser und Garde jedoch sehr wahrscheinlich gestört. Im durch Valerians Gefangennahme ohnehin chaotischen Jahr 260 erhoben sich zunächst die zwei Usurpatoren Ingenuus und Regalianus an der Donau, die Gallienus zwangen, dort vor Ort in Pannonien für Ordnung zu sorgen. Einstweilen übertrug er Postumus das Kommando über die Legionen an der Rheingrenze, was sich aber als Fehler entpuppte. Postumus geriet nämlich sogleich mit dem Prätorianerpräfekten Silvanus in Konflikt, der Gallienus’ Erben, den Caesar Saloninus, in Köln in seiner Obhut hatte. Postumus eroberte die Stadt, wobei Silvanus und der noch kurz zuvor zum Augustus erhobene Saloninus getötet wurden. Postumus wurde von fast allen Provinzen Galliens, Hispaniens, Germaniens und Britanniens als neuer Imperator anerkannt. Dass sein Reich, allerdings nur für kurze Zeit, auch Raetien umfasste, konnte erst 1993 durch den Fund des sog. Augsburger Siegesaltars, zweifelsfrei bewiesen werden. Zur Residenz und Sitz der Verwaltung (mit eigenem Senat, Konsuln und Prätorianergarde) seines neuen Kaiserreichs wurde - wegen seiner strategisch wichtigen Lage - Köln bestimmt. Ablavius Murena Hier ist nur die Existens eines Briefes aus der Historia Augusta des kaiser Valerian an ihn bekannt. Mulvius Gallicanus Die Existenz diesen Prätorianerpräfekten ist nicht ganz sicher und umstritten. Er wird jedenfalls in der Historia Augusta zweimal namentlich erwähnt. Unter anderem gab es einen Brief des Kaisers Valerian an ihn mit folgendem Inhalt:"Kaiser Valerian an den Prätorianerpräfekten Mulvius Gallicanus. Du dürftest dich vielleicht darüber wundern, dass ich dem Grundsatz des vergöttlichten Hadrian zuwider einen Unbärtigen zum Tribunen gemacht habe; doch Deine Verwunderung wird sich legen, wenn du bedenkst, dass es sich um Probus handelt... Da er ja nur mäßig begütert ist, wirst du ihm also als Grundlage eines seinem Rang entsprechenden Auftretens folgendes liefern lassen: zwei rötliche Tuniken, zwei gallische mit Spangen versehene Mäntel, zwei bordierte Untergewänder, eine blankpolierte zehnpfündige Silberschüssel...
Ballista
Callistus († 261), genannt Ballista (Katapult), war der Prätorianerpräfekt des römischen Kaisers Valerian (vielleicht aber auch erst unter Macrianus Minor), als dieser von den Sassaniden gefangen genommen und später getötet wurde. Die Verwirrung nach Valerians Verschwinden nuzten im Osten des Reichs eine Reihe von Personen aus, um Gallienus, der im Westen war zum Nachfolger des Kaisers zu erklären. Ballista favorisierte dabei Macrianus Maior, der als procurator arcae et praepositus annonae die Kontrolle über Valerians Staatsschatz hatte, aufgrund seines Alters und seines Gesundheitszustands aber verzichtete. Es gelang ihm jedoch, seine beiden Söhne Macrianus Minor und Quietus zu Kaisern erheben zu lassen – wiederum dadurch legitimiert, dass es Ballista gelang, die Perser nach Valerians Gefangennahme zu schlagen (ohne aber den Kaiser befreien zu können). Quietus blieb mit Ballista im Osten, während sein Bruder und sein Vater mit ihrer Armee nach Europa marschierten, um die Kontrolle über das Römische Reich zu erhalten. Macrianus Maior und Macrianus Minor wurden in Thrakien von Gallienus General Aureolus geschlagen. Macrianus und sein Sohn Macrianus Minor wurden getötet. Quietus und Ballista zogen sich daraufhin nach Emesa zurück, wo Quietus von der Bevölkerung getötet wurde. Nach der spätantiken Historia Augusta wurde Ballista angeblich nun selbst zum Kaiser proklamiert, dann aber von Septimius Odaenathus von Palmyra getötet. Da die Historia Augusta jedoch besonders in Bezug auf die Ereignisse des 3. Jahrhunderts unzuverlässig ist, wird die Kaisererhebung des Ballista allgemein von der althistorischen Forschung als Fiktion angesehen. Successianus (259 – 260n.Chr.)
Silvanus oder Albanus (um 260n.Chr.)
Gallienus 260 – 268n.Chr.
L. Petronius Taurus Volusianus (260 – 267n.Chr.)
Heraclianus (267 – 268n.Chr.)
Claudius II. Gothicus 268 – 270n.Chr.
Präfekten unbekannt.
Aurelianus 270 – 275n.Chr.
Julius Placidianus (um 270n.Chr.)
Tacitus 275 – 276n.Chr.
Tacitus ernannte seinen (Halb-)Bruder Florianus zum Prätorianerpräfekten.
Florianus (275 – 276n.Chr.)
Marcus Annius Florianus († September 276 bei Tarsus) war ein römischer Kaiser. Aufgrund der dürftigen Quellenlage ist über Florianus wenig Sicheres bekannt. Er wurde von seinem Bruder Marcus Claudius Tacitus nach dessen Ernennung zum Kaiser als Prätorianerpräfekt eingesetzt. Die Brüder kämpften in Kleinasien zunächst gemeinsam gegen die Goten. Als er vom Tod seines Bruders erfuhr, erklärte sich Florianus im April 276 umgehend selbst zum neuen Kaiser. Obwohl er weder Zustimmung von den Soldaten noch vom Senat erhielt, gab es keinen Widerspruch. Florianus ging nach seiner Amtsaufnahme umgehend wieder gegen die Goten vor und erzielte angeblich große Erfolge. Doch kurz vor einem Ende dieses Feldzugs ereilte ihn die Nachricht, dass Marcus Aurelius Probus, Kommandant der an der Ostgrenze stehenden Legionen, zum Kaiser ausgerufen worden wäre. Florianus brach sofort sämtliche Militäroperationen gegen die Goten ab und warf alle entbehrlichen Kräfte nach Süden. Zunächst schien es, dass an Florianus’ Sieg kein Zweifel bestehen könne, da seine Truppen zahlenmäßig deutlich überlegen waren. Doch bald stellte sich - so die Quellen - heraus, dass seine hauptsächlich aus Mitteleuropa stammenden Soldaten mit dem heißen Wüstenklima nicht zurechtkamen. Durch die Hinhaltetaktik des Probus und um sich greifende Seuchen bröckelte die Moral der kaiserlichen Truppen zusehends. Im Juni 276 liefen viele von Florianus’ Soldaten zu Probus über. Als der Kaiser versuchte, die Loyalität seiner Truppen wieder zu sichern, wurde er im September 276 nach einer Regentschaft von angeblich nur 88 Tagen durch die eigenen Soldaten ermordet. Höchstwahrscheinlich geschah die Tat auf direkten Befehl des Probus, der in der Folge die Herrschaft übernahm.
Probus 276 – 282n.Chr.Quintilius Capito Capito muss zum Amtsantritt des Probus bereits Präfekt der Prätorianer gewesen sein. Das geht aus einem Brief des Probus an seinen Prätorianerpräfekten hervor:"Ich habe die Herrschaft nie begehrt und sie ungern angetreten. Ich habe nicht das Recht, diese mir höchst unerwünschte Last abzuwerfen. Ich muss die Rolle spielen, die der Soldat mit aufgedrängt hat. Ich bitte dich, Capito, erfreue dich denn mit mir der Wohlfahrt des Staates, beschaffe für das Heer Proviant und Zufuhr und was immer überall nötig ist. Wenn du alles, wie es sich gehört, in die Wege leitest, werde ich, so viel an mir liegt, keinen zweiten Präfektenernennen."
Marcus Aurelius Carus (276 n.Chr.), Kaiser
Marcus Aurelius Carus (* um 223 in Narbo; † 283 in Mesopotamien) war von 282 bis 283 römischer Kaiser. Für die kurze Regierungszeit des Carus stehen uns nur wenige Quellen zur Verfügung. In erster Linie sind dies verschiedene spätantike Breviarien (z. B. Aurelius Victors Caesares, das Werk Eutrops und die Epitome de Caesaribus), deren Berichte für das 3. Jahrhundert offenbar eine gemeinsame Quelle zugrunde liegt, die sogenannte Enmannsche Kaisergeschichte. Die Kaisergeschichte des Eusebios, der nicht zu verwechseln ist mit dem Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea, die bis in die Zeit des Carus reichte, ist nicht erhalten. Die Carusbiographie in der Historia Augusta, die das Werk eines anonymen heidnischen Autors um 400 ist, beinhaltet nur wenige verlässliche Informationen. Hinzu kommen weitere spätere Autoren wie Zosimos, der Anonymus post Dionem (wohl mit Petros Patrikios gleichzusetzen) sowie byzantinische Autoren wie Johannes Zonaras, der auf heute verlorene Quellen zurückgreifen konnte (siehe auch Leoquelle). Hinzu kommen Münzen und andere nicht-literarische Zeugnisse. Der aus Südgallien stammende Carus durchlief eine militärische Karriere. Obwohl Kaiser Probus ihn zum Prätorianerpräfekten ernannt hatte, wurde Carus von den rätischen und norischen Truppen im Jahr 282 zum Gegenkaiser ausgerufen; unklar ist, ob die Usurpation von ihm selbst ausging oder ihm von den Truppen aufgedrängt wurde. Carus fand aber nach der Ermordung des Probus im selben Jahr allgemeine Anerkennung. Der tote Probus wurde von Carus sogar unter die Götter erhoben. Ende 282 erhob Carus seinen ältesten Sohn Carinus, kurz darauf auch seinen jüngeren Sohn Numerianus zum Caesar. Über weitere innenpolitische Maßnahmen des Carus sowie über seine Beziehungen zum Senat ist nur wenig bekannt. Carus kämpfte mit Erfolg gegen die Sarmaten an der Donau und errang Anfang 283 einen Sieg über sie. Carus zog dann mit seinem Sohn Numerianus in den Krieg gegen Persien, während Carinus als Verwalter im Westen des Reiches zurückblieb. Carinus wurde im Frühjahr 283, wohl zur Sicherung seiner Autorität während der Abwesenheit des Vaters im Osten und aufgrund von Erfolgen gegen die Germanen, zum Augustus erhoben. Carus kam bei seinem Persienfeldzug zugute, dass der damalige Sassanidenkönig Bahram II. mit einer Revolte im Osten seines Reiches zu kämpfen hatte, wo sich dessen Bruder Hormizd erhoben hatte. Offenbar war der Persienfeldzug eine Offensivmaßnahme, denn von vorhergehenden persischen Angriffen auf römisches Gebiet ist nichts bekannt. Dies kann als Anzeichen dafür gesehen werden, dass sich die Lage im Imperium nach der vorhergehenden Krisenzeit entspannt hatte. Details über den Feldzug sind kaum bekannt. Carus eroberte aber im Juni/Juli 283 die persische Hauptresidenz Ktesiphon und nahm dann den Ehrentitel Persicus Maximus an. Dennoch hatten weitere Vorstöße der Römer nach Osten keinen Erfolg. Ende Juli 283 fand man den Kaiser tot in seinem Zelt im Feldlager auf. Angeblich wurde er durch einen Blitzschlag getötet, plausibler erscheint aber, dass er an einer Krankheit starb oder ermordet wurde. Seine Söhne traten gemeinsam die Nachfolge an.
Carus, Carinus und Numerianus 282 – 284n.Chr.Unter Carinus: unbekannter Prätorianerpräfekt, der durch Carinus hingerichtet wurde. An dessen Stelle beförderte er den Matronian (282 n.Chr.)
Unter Carus und Numerianus: Sabinus Julianus (284 n.Chr.) Nach dem Tode des Numerianus im November 284 usurpierte er die Macht in Italien und ging kurze Zeit später in Verona unter. L. Flavius Aper (282 – 284n.Chr.)
Nach dem Tod des Carus verlangte die Armee, die im Zuge eines Feldzugs gegen das Sassanidenreich noch in Mesopotamien stand, nach Westen zurückgeführt zu werden, und Numerian, der jüngerer Sohn des Carus, war gezwungen zuzustimmen. Während dieses Rückmarsches starb Numerian; mehrere Quellen sprechen von einer Ermordung, doch ist es ebenso möglich, dass er an einer Augenentzündung verstarb. Jedenfalls wurde Diokletian, Kommandeur der Leibgarde, von den Soldaten zum neuen Kaiser ausgerufen. Als Diokletian das Tribunal bestiegen hatte und gefragt wurde, auf welche Weise Numerian ermordet wordet sei, deutete er mit gezücktem Schwert auf den Prätorianerpräfekten Aper und durchbohrte ihn mit den Worten:"Dies ist der Mörder Numerians."
Diocletianus 284 – 305n.Chr.
Ti. Claudius M. Aurelius Aristobulus (284 – 285n.Chr.)
Afranius Hannibalanus (285 – 297n.Chr.) Verconnius Herennianus (?) Asclepiodotus (293 – 296n.Chr.)
Iulius Asclepiodotus war ein römischer Prätorianerpräfekt und Senator des ausgehenden 3. Jahrhunderts n. Chr. Asclepiodotus bekleidete 292 zusammen mit Hannibalianus das Konsulat und war von 293 bis 296 Prätorianerpräfekt. In dieser Eigenschaft stellte er gemeinsam mit Constantius Chlorus die römische Herrschaft in Britannien wieder her, wo Carausius und Allectus ein Sonderreich errichtet hatten. Da Constantius sich mit seiner Flotte im dichten Nebel an der Isle of Wight verirrt hatte und zu spät kam, besiegte Asclepiodotus den Hauptteil der feindlichen Armee im Alleingang. Anschließend wird Asclepiodotus nicht mehr in den Quellen erwähnt. Mittelalterliche Rezeption Geoffrey von Monmouth (Historia Regum Britanniae, Buch 5, Kapitel 4–6) und walisische Chroniken stellen von einer mittelalterlich-legendären Sichtweise her, Asclepiodotus (walisisch: Alyssglapitwlws) als Herzog von Cornwall und später als König der Briten dar, der nach dem Sieg über Allectus zum König gekrönt und rechtmäßig etwa zehn Jahre regiert habe. Nachdem Kaiser Diokletian Maßnahmen zur Christenverfolgung angeordnet habe, habe Asclepiodotus dieses Vorgehen akzeptiert, und damit die Rebellion des (legendär-fiktiven) Coel ausgelöst, des Herzog von Colchester . Asclepiodotus sei in einer Schlacht gegen Coel getötet worden, der nun wiederum zum König der Briten ernannt worden sei. Galerius, Constantius Chlorus, Severus, Licinius, Maximianus, Maximinus Daia, Maxentius und Constantinus 305 – 324n.Chr.
Nachdem Diokletian schon vorher die in Rom stationierte Kaisergarde stark reduziert hatte, erreichte 306 die Nachricht Rom, dass die Prätorianer nun vollends abgezogen und außerdem Rom der normalen Kopfsteuer unterworfen und damit den anderen Städten des Reiches gleichgestellt werden sollte. Daraufhin kam es zu Unruhen in der Bevölkerung und unter den verbliebenen Truppen. Einige Offiziere wandten sich an Maxentius, der zu dieser Zeit auf einem Landgut in der Nähe Roms lebte, und boten ihm den Kaiserthron an. Offensichtlich rechnete man damit, dass Galerius, nachdem er Konstantin im Amt bestätigt hatte, auch dem Kaisersohn Maxentius die Anerkennung nicht verweigern könnte. Maxentius akzeptierte, versprach den Truppen in der Stadt Geldgeschenke und wurde am 28. Oktober 306 öffentlich zum Kaiser ausgerufen. Ende 308 rebellierten die Truppen der afrikanischen Provinzen und erhoben Domitius Alexander in Karthago zum Kaiser. Der Verlust Afrikas brachte Maxentius in eine schwierige Lage, da seine Hauptstadt Rom von den Getreidelieferungen aus diesen Provinzen abhängig war. Dennoch gelang es Maxentius erst 310, ein kleines Heer unter dem Kommando seines Prätorianerpräfekten Rufius Volusianus zu entsenden, das Domitius Alexander besiegte und den Aufstand niederschlug; die abtrünnigen Provinzen wurden hart bestraft.
Unter Maxentius:
Anullinus (307n.Chr.)
C. Caeionius Rufius Volusianus (309 – 312n.Chr.)
Gaius Ceionius Rufius Volusianus (* ca. 246/249; † nach 313) war ein römischer Politiker und Prätorianerpräfekt. Volusianus war clarissimus vir. Von 281/283 bis 289/291 war er Corrector (Statthalter) Italiae. Von Kaiser Maxentius zum Prokonsul der Provinz Africa ernannt (305/306?), schlug er – inzwischen zum Prätorianerpräfekten ernannt – die Usurpation des Domitius Alexander nieder (309/310). Dafür wurde er von Maxentius mit der Stadtpräfektur von Rom (310–311) und dem Konsulat für das Jahr 311 belohnt. Nach dem Tod des Maxentius 312 war Volusianus vorübergehend aller Ehren verlustig, doch machte ihn Konstantin I. schließlich erneut zum Stadtpräfekten (313–315) und zum Konsul (314). Volusianus war mit Nummia Albina, Tochter des Nummius Albinus (Konsul 263), verheiratet; sein Sohn war Ceionius Rufius Albinus (Konsul 335). Manlius Rusticianus (zw. 306 und 312n.Chr.) Ruricius Pompeianus (312n.Chr.)
Ruricius Pompeianus († 312 bei Verona) war ein spätantiker römischer Offizier. Pompeianus war Prätorianerpräfekt des Maxentius, der im Jahr 312 über Italien und (formal) Africa herrschte. Ansonsten ist nur sehr wenig über Pompeianus bekannt, doch scheint er ein erfahrener General gewesen zu sein. Im Jahr 312 (wohl im Frühjahr) überquerte Maxentius’ Widersacher Konstantin mit einem kampferprobten Heer von etwa 40.000 Mann die Alpen nach Italien. Maxentius wurde von dem Vorstoß offenbar überrascht. In einer Schlacht bei Turin und wenig später bei Brescia unterlagen die Truppen des Maxentius, doch befand sich im Nordosten eine weitere Armee unter dem Befehl des Pompeianus. Pompeianus hatte sich in Verona aufgehalten, das zu einer starken Festung ausgebaut war, als Konstantin seinen Ring um die Stadt schloss. Pompeianus konnte aber entkommen und kehrte mit weiteren Truppen zurück. Vor den Mauern Veronas kam es dann zur Schlacht. Das Resultat war ein voller Erfolg für Konstantin: Pompeianus fiel im Kampf, sein Heer gab sich geschlagen und die Stadt Verona öffnete die Tore. Damit stand Konstantin der Weg nach Süden offen, wo er am 28. Oktober 312 Maxentius in der Schlacht an der Milvischen Brücke schlug und somit Alleinherrscher des Westens wurde.
Constantinus 325 – 337n.Chr.
Präfekten: keine. Constantinus löste die Garde auf. ___________________________________________________________________________ |
Weihealtar des Prätorianerpräfekten Titus Flavius Constans