Die Castra Praetoria

Der politisch folgenreichste Schritt war die Kasernierung der Garde in Rom! Dies bedeutete, dass 4.500 bestausgebildete, streng disziplinierte und bestens besoldete Soldaten dem Kaiser konzentriert und jederzeit zur Verfügung standen. Augustus stationierte nie mehr als drei Kohorten in der Stadt und auch diese nicht in einer Kaserne. Die restlichen pflegte er in der Umgebung der benachbarten Städte zu legen. Die einzige Stadt. die man in diesem Zusammenhang nachweisen kann, ist Ostia.

Die Macht des Präfekten, die bisher nicht bedeutend war, hob er (Tiberius) dadurch, dass er die an verschiedenen Stellen der Stadt verstreuten Kohorten in ein einziges Lager zusammenzog. Sie sollten die Befehle gleichzeitig erhalten und durch Zahl, Stärke und enges Zusammenleben mehr Vertrauen zu sich selbst gewinnen und anderen mehr Furcht einflößen.

(Tacitus, Buch IV, 2)

Wir wissen zwar, wo die Castra Praetoria gelegen hat, doch was sich im Inneren befunden hat, ist kaum bekannt. Das Castrum in Rom umfaßte ein Areal von 440 x 380 Metern, was ungefähr zwei Drittel eines normalen Legionslagers entspricht. Allerdings waren entlang der Innenmauern zusätzliche Räume vorhanden und die Kasernengebäude zweistöckig. Die Mauern bestanden aus großen Blöcken, die mit Ziegeln verkleidet waren. In drei Metern Höhe wurde diese Mauer durch Zinnen und einem schmalen Gesims gekrönt. Dahinter verlief ein Wehrgang.

Die antiken Texte berichten von einem Vallum (Wall), einem Tribunal, einem Arsenal (Waffenkammer), von Gebäuden und Altären, von einem Tempel und einem Fahnenheiligtum. In der Mitte des Geländes befanden sich lange Reihen von Gebäuden mit Obergeschoß. Des weiteren wissen wir von einem großen Bogen aus Marmor an der Westseite und einem Exerzierplatz außerhalb des Lagers.

 

 

 

 

 

Münze mit der Darstellung der Castra Praetoria.