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Die Prätorianer (lateinisch: Praetoriani) waren keine Leibwächter sondern eine Leibgarde!!! Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer Wache und einer Garde! Eine Wache kann sich jede Firma zulegen. Wir alle kennen die Wachmänner, die sich ein paar Euro dazuverdienen wollen. Niemals aber würden wir die Wachmannschaft eines Unternehmens oder einer Behörde usw. als Garde titulieren. Eine Garde steht nur einem Souverän zu!
Als wichtigste Truppe in Rom war sie das Instrument des Kaisers, um Verschwörungen und Rebellionen zu hemmen und Unruhen niederzuschlagen. Ihre Angehörigen waren der Kern der kaiserlichen Macht, konnten allerdings auch seine tödlichsten Feinde werden.
Die Anfänge
Bei der Belagerung Numantias, einer Stadt im heutigen Spanien, war es der römische Feldherr Scipio Aemilianus, der die bisherige Militärtradition wandelte. Auf seinen Befehl hin, wurde eigens zum persönlichen Schutz, eine komplette Kohorte aufgestellt, die weder aus Liktoren noch aus Extraordinarii bestand. Die Garde ist von ihrem Ursprung her eine soldatische Elitetruppe. Der Begriff Prätorianer rührt vom Hauptplatz des Legionslagers mit dem Zelt des Feldherrn her, dem Praetorium.
Es war Gewohnheit vieler römischer Generäle, aus den Rängen eine private Truppe von Soldaten auszusuchen, die als Leibwache des Zeltes oder der eigenen Person agierten. Diese Truppe bestand sowohl aus Infanterie als auch aus Kavallerie. Diese Männer fungierten ausschließlich als seine persönliche Leibgarde und wurden daher von nun an als prätorianische Garde bezeichnet. Der Anfang war gemacht. In Zukunft folgten viele andere Feldherren Scipios Beispiel und so wurde dieses spezielle Gardenregiment, dass man „cohors praetoria“ nannte, auch von namhaften Männern wie etwa Julius Caesar, Marcus Antonius oder Augustus während des Krieges eingesetzt. So z.B. in der Schlacht von Forum Gallorum am 14. oder 15. April 43 v.Chr. in der die Partei der Cäsarmörder als auch die der Cäsaranhänger (Antonius) jeweils zwei Prätorianerkohorten einsetzten. Die prätorianische Garde war damit zu einem festen Bestandteil in der Armeestruktur, sowie zu einem Statussymbol des jeweiligen Feldherren geworden. Die erste Garde, die den Namen Prätorianer trug, wurde um 138 v.Chr. geschaffen.
Schon immer hat es sich bei einer Garde um eine Elitetruppe gehandelt, die nach strengen Kriterien aus der regulären Armee auserlesen wurde. Eine bestimmte Mindestgröße, körperliche Fitneß, Kraft, Intelligenz, Disziplin, gutes Aussehen, Pflichterfüllung bis zur Hingabe, Treue dem Herrscher und Loyalität dem System gegenüber, das waren die Anforderungen, die seit jeher an einen Gardisten gestellt wurden. Nur die Besten avancierten und über all dem stand der Korpsgeist als ideologischer Überbau. Die cohors praetoria ist schon in den Kriegen der Republik die Kohorte des Praetors, also des Befehlshabers. Der Amtstitel ist sogar viel älter als der des Konsuls und reicht bis in die Anfänge der Königszeit zurück. Mehr als alle anderen Einheiten ist sie auf den Feldherrn eingeschworen. Als Augustus im Jahr 27 v.Chr. Herrscher des römischen Reiches geworden war, entschied er, dass eine derartige Einheit nicht nur im Krieg, sondern auch in der Politik nützlich sein könne, und rekrutierte aus den Rängen der Legionen aller Provinzen die Prätorianergarde. Die Gefolgschaftstreue gegenüber dem Feldherrn wurde erweitert auf die absolute Loyalität gegenüber dem Princeps.
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