Legio XVI Gallica

 

Aufstellung und Aushebung

 

Die Legion wurde in den Jahren 41/40v.Chr durch Octavianus aufgestellt, um gegen Sextus Pompeius vorgehen zu können. Der Beiname Gallica dürfte jedoch erst nach der Verlegung an die Rheingrenze aufgekommen sein. Das Emblem der Einheit ist nicht bekannt, könnte aber der Löwe gewesen sein, da dies das Sternzeichen des Octavianus gewesen ist.

Stützpunkte und Lager

 

Im Bürgerkrieg waren ihre Feldlager in Italien und Afrika, danach wurde sie Illyrien und in Oberitalien stationiert. Seit 30 v.Chr. stand sie an der Rheingrenze.

In einem unbestimmbaren Zeitraum war sie in Gallien und kurz vor der Zeitenwende in Raetien stationiert. Ab 9 n.Chr. wurde sie fix nach Mogontiacum (Mainz) verlegt. Nach der Niederlage bei Kalkriese besetzte sie u.a. das Lager in Köln, um einen Angriff germanischer Truppen auf die Gallia Belgica zu verhindern.

14 n.Chr. war Mainz wieder ihr alleiniger Standort, den sie sich mit der Legio XIV Gemina teilte. Kaiser Claudius verlegte ihren Standort 43 n.Chr. nach Novaesium (Neuss), wo sie die nach Britannien abgezogene Legio XX Valeria Victrix ersetzte.

Das Lager wurde zum Teil durch sie umgebaut. Besonders aktiv waren ihre Legionäre im Bleibergbau in der Provinz.

 

Einsätze

 

Ihre ersten Einsätze hatte die Legion gegen die Getreideblockade des Sextus Pompeius im römischen Bürgerkrieg. Nach dessen Niederringung im Jahre 36 v.Chr. e se wahrscheinlich nach Africa verlegt, was zahlreiche Münzfunde nahe legen.

Nach der Schlacht von Actium 31 v.Chr. verbrachte sie gemeinsam mit der Legio XVII, Legio XVIII und Legio XIX ihre Zeit an der Rheingrenze.

Ab 6n.Chr. gehörte sie zusammen mit den Legionen VIII Augusta, XIII Gemina, XIV Gemina, XV Apollinaris, XX Valeria Victrix, XXI Rapax und einer unbekannten Einheit zur Heeresgruppe des Tiberius gegen den Markommanenkönig Marbod.

 

40/41 n.Chr. focht der Heerführer und spätere Kaiser Galba erfolgreich gegen die Chatten nahe Mogontiacum und obwohl es keine literarischen Hinweise für eine Involvierung gibt, ist eine solche fast sicher anzunehmen.

Die Revolte des Gaius Iulius Vindex wurde von den Legionen der Provinz Germania Inferior (Legio I Germanica, Legio  V Alaudae, Legio XV Primigenia und der Legio XVI Gallica) niedergeschlagen, doch wurde ihr Einsatz nicht honoriert. So riefen sie mit Vitellius ihren eigenen Kommandeur zum Kaiser aus und marschierten im Januar 69 n.Chr. auf Rom. In der folgenden Schlacht von Cremona unterlagen die Truppen jenen des Vespasianus. Unterdessen folgte auf die Entlassung der germanischen Wache des Galba eine Revolte der Bataver. Diese konnten die zur Unterdrückung herbeigeeilten Legio V Alaudae und XV Primigenia schlagen und belagerten ihre Stützpunkte in Xanten im Winter 69/70 n.Chr. Schliesslich kapitulierten die beiden Einheiten im März 70 n.Chr. Auch die zur Verstärkung angerückten Legionen  I Germanica und XVI Gallica mussten sich bei Bonn ergeben.

Auflösung

Kaiser Vespasianus löste daraufhin die Legion 70/71 n.Chr. auf und formierte sie als Legio XVI Flavia Firma neu. Ähnlich verfuhr er mit IV Macedonia, die als IV Flavia Felix neu aufgestellt wurde, wohingegen die Legio V Alaudae und Legio XV Primigenia endgültig aufgelöst wurden und die I Germanica in der VII Gemina aufging.